STAMP – Das Kulturfestival brachte Farben nach Altona

Kurt-Tucholsky-Schule Altona
 
Kurt-Tucholsky-Schule Altona
Stamp goes online. Das internationale Festival der Straßenkünste Hamburg zeigte erneut sein vielfältiges Gesicht vom 02.September bis zum 04.September 2011 mit rund 200.000 Zuschauern und schönstem Sommerwetter in Hamburg-Altona. Die „Große Bergstraße“ war von Opening Performance, Night Parade, STAMP Parade, HipHop Culture und vielem mehr geprägt.

STAMP, ein Kulturfestival im zweiten Jahr. Nachdem das erste STAMP-Festival 2010 ein sehr großer Erfolg war, beschloss die Altona GmbH, die Fortsetzung des internationalen Festivals. Trotz harter finanzieller Bedingungen war STAMP erneut ein berauschendes Fest für alle Liebhaber unterschiedlichster Kulturen. Die Finanzierung wird vonseiten der Künstler und deren Darbietung selbst getragen. Sponsoren, Unterstützer, Freunde geben ihren Teil in Form von Geldspenden oder ehrenamtlicher Hilfe dazu. Kleinkünstler spielen gegen ein sogenanntes „Hutgeld“ oder „Sammelbüchsen“. Öffentliche Bühnen und Plätze, verteilt auf rund 500 Meter sorgten für zahlreiche Abwechslung von Darbietungen höchster Performance. Sänger/innen, New Art Theater, Zirkusartisten, HipHop, sowie musische Klänge aus den Nebenstraßen sorgten für Stimmung und Abwechslung.
Opening Performance zeigte ausgewählte Künstler mit ihren „Short Cuts“. Zu sehen waren Preview-Shows mit Einlagen einer Brass-Band aus den Niederlanden, „Hiltoff“, Straßenkünstler aus Spanien, Stelzentheater aus Bremen, HipHop Tanzshow sowie das Duo „Flammen im Spiel“ einer Feuer-Performance.

Wettbewerbe wie Battle 2011 mit rund 400 Teilnehmern aus ganz Europa sorgten für Spannung in den Kategorien Popping und Krumping, Breakdance, HipHop und House. Ein Wettbewerb im K.O.-System mit den Urteilen einer renommierten Jury aus international bekannten Tänzern. Als Beispiel sei genannt der weltbekannte Starchoreograph Steve Nestar (Steve Veusty). Er hatte sich unter anderem durch die Madonna „Confession Tour 2006“ einen Namen gemacht.

Shemoves-Tanzcontest 2011 ging mit dem STAMP-Festival erneut ins Finale. Der im März 2011 ausgeschriebene Wettbewerb endete mit der Kürung der ersten drei Plätze von Gruppen und Einzelkünstler/innen.

Unter „Entdeckung – die Auffindung dessen, was schon vorhanden, aber noch nicht bekannt war“ (Meyers Konversationslexikon) zeigten sich auf neun Standorten 17 Künstlergruppen aus zehn Nationen unter Buskers Ville. Sich von seinem eigenen Instinkt leiten lassen, konnten so Künstler wie Asaf und seiner Rock'n Roll Jonglage, die ungarische Gruppe Cirkusz-Ka mit ihrem poetisch-verspielten Tango oder die verrückte Fußball-Show von Hiltoff ihr künstlerische Darbietung vorstellen.

Einen Einblick in die badische Fasnacht war durch die Guggemusik „Bergstadtfetzer“ aus St.Georgen nähe Freiburg, „Bruggaklopfer“ aus Neuhausen a.d.Fildern, „Wilde Weiber & Freie Narrenzunft“ aus Wannwill sowie die „Knallfrosch Combo Weier“ aus Offenburg mit ihren schrägen Klängen möglich. Guggemusik zeichnet sich durch das Nachspielen von bekannten Schlagern, Evergreens oder Hits über Trompeten, Trommeln, Glockenspielen, Flöten und vielem mehr aus. Der Ton wird nicht immer getroffen, sodass es mitunter schräg klingen kann. Es ist die Heiterkeit und der einzigartige Klang, die die Guggemusik repräsentiert.

Trotz der großen Internationalität der Künstlergruppen waren auch Gruppen aus Hamburg vertreten. Samba, afro-brasilianische, japanische Großtrommeln, rockig, sanfte, ecuadorianische und kolumbianische Klänge und Sounds trommelten durch die „Große Bergstraße“ in Hamburg-Altona. Zahlreiche Schulen präsentierten ihre durchaus preiswürdigen Masken und Kostüme. Lehrer- und Elterninitiativen unterstützten die Kreativität der Schüler/innen. Sie spielten, formierten und präsentierten ihr Können mit einer Begabung, welches auf Fortsetzung hoffen lässt.

Besucher, die sich aktiv beteiligen wollten, konnten unter den zahlreichen Workshops ihren Ideen freien Lauf lassen. So bot sich der Stylekickz 2011, Graffiti und Street-Art Workshop an. An den Bauzäunen der Ikea-Baustelle an der „Großen Bergstraße“ bot sich dazu die Gelegenheit. Ein eigenes Wandbild konnte so unter fachkundiger Anleitung durch Street-Art-Größen wie Rebelzer erstellt werden. Profi-Sprüher wie Davis gab praktische Einblicke in die Handhabung von Sprühdosen und Schablonen. Und wer wollte nicht schon immer seine Initialen per Graffiti auf einer Wand hinterlassen – und das legal. Altona erfreut sich jetzt an einem bunten Bauzaun.

Ein kurzer Ausblick der großen Vielfalt des STAMP-Festivals. Die Stimmung, die Fröhlichkeit und die Selbstverständlichkeit der Darbietungen vonseiten der Künstlergruppen können so kaum wiedergegeben werden. Es muss erlebt sein, es muss gehört sein und muss gesehen sein, um seinen eigenen Eindruck zu erhalten und davon zu zehren.

Die Krönung des Festivals ist die Night-Parade am Samstagabend und die Abschlussparade am Sonntag. Ein leuchtendes Spiel im Dunkeln. Lichter, Trommelklänge, Guggemusik, Kostüme, die an den brasilianischen Karneval und ein tolles Straßenpublikum machen diese Parade unvergesslich. Die Kostüme und Instrumente leuchteten um die Wette. Ein rauschendes Lichtermeer umgab das Publikum.

Am Sonntag hieß es dann von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr „Was für ein Theater“. Der Start der STAMP-Parade. Mehr als 1500 Künstler zogen durch die Straßen. Stelzenläufer, Kostümgruppen, Tänzerinnen, Brassbands, Percussionspieler und Spielmannzüge verwandelten das Gelände in ein farbenfrohes, rhythmisches und schwingendes Tollhaus. Es ist Hamburgs kunstvollster, buntester und musikalischster Umzug des Jahres.

STAMP war wie bereits im letzen Jahr ein Höhepunkt für Hamburg. Auch ein gleichzeitig stattgefundenes Alsterfest konnte die Besucherzahlen nichts anhaben. Das Altersterfeuerwerk umrandete sogar noch die Night-Parade und zauberte eine himmlische Kulisse im Background.
Licht, Feuer und Musik – das war und ist STAMP. Freuen wir uns auf das nächste Jahr vom 31. August bis zum 02. September 2012.
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