Stände auf der Altonale zu teuer?

Robert Jarowoy (Linke) möchte die Standvergabe der Altonale neu organisieren. Foto: cvs

Linke im Bezirk übt Kritik an Preispolitik und Flächenvermarkter

Von Christopher von Savigny. Mehr als 1.500 Euro Standmiete für ein kleines Zelt mit Speisenverkauf auf der Altonale? „Zu teuer!“, findet das MIG-Zentrum, ein kleiner Verein für jugendliche Migranten, der in der Langenfelder Straße ansässig ist. Bis einschließlich 2015 hatte sich das ehrenamtlich geführte Zentrum jährlich mit seinen Angeboten auf dem Straßenfest der Altonale präsentiert – in diesem Jahr war jedoch Schluss. „Wir haben gerne teilgenommen, aber jetzt lohnt es sich einfach nicht mehr“, sagt der Vorstand (Namen der Redaktion bekannt).
Das Thema „Standgebühren der Altonale“ hat sich jetzt auch die Linke-Fraktion aus Altona zu eigen gemacht. Hintergrund ist laut einer Anfrage in der Bezirksversammlung (BV) die „schwer nachvollziehbare Preisgestaltung“ durch den zuständigen Flächenvermarkter, die Bergmanngruppe (uba). „Standgebühren in dieser Größenordnung können allenfalls von vollprofessionellen Standbetreibern erwirtschaftet werden. Dies kann zumindest in unsereren Augen nicht den Charakter der Altonale bestimmen“, sagt Robert Jarowoy (Linke Altona).
Nach Auskunft der Linken sind die Preise innerhalb der letzten Jahre deutlich angestiegen. So habe man 2001 für ein Giebelzelt noch 300 Mark bezahlt – 2016 seien es bereits 1.679 Euro gewesen. Ein Anstieg um mehr als 1.000 Prozent. „Ich war ziemlich entsetzt, als ich erfuhr, dass die Vermarktung ohne Ausschreibung an die uba weitergegeben wird“, sagt Jarowoy. „Auf diese Weise können Preise nach Belieben gemacht werden.“ Ein Antrag der Linken auf ein Mitentscheidungsrecht des Bezirksamts wurde allerdings von der BV abgelehnt.
Tatsächlich sind die Standmieten für die Altonale gestiegen – allerdings wohl nicht so deutlich, wie von der Linken angeprangert. Beim Vergleich der Preise von 2009 bis 2016 ergibt sich ein Plus von 20 bis 30 Prozent – so zum Beispiel für Alkoholausschank und Speisenverkauf.
Darüber hinaus zahlen nicht-kommerzielle Vereine weitaus weniger – laut Altonale GmbH zwischen 35 und 95 Euro für ein Wochenende. „Ein Obolus“, sagt Altonale-Geschäftsführerin Heike Gronholz. Möglicherweise habe man sich im Fall des MIG-Zentrums in einer Grauzone befunden, weil diese auch Speisen und Getränke verkaufen wollten.


Das sagt die Bergmanngruppe

Laut Firmenauskunft ist die Bergmanngruppe (uba) bereits seit Anbeginn der Altonale im Jahr 1998 für die Flächenvermarktung zuständig. „Wenn einzelnen Vereinen die Teilnahme an der Veranstaltung nicht mehr möglich ist, ist dies natürlich immer bedauerlich“, sagt Geschäftsführer Uwe Bergmann. „Ich bin mir aber sicher, dass sich in den meisten Fällen eine Möglichkeit zur Beteiligung finden lässt, die für den Verein erschwinglich ist.“ Die uba gilt als führender Veranstalter und Flächenvermarkter in Hamburg. Aktiv ist das Unternehmen unter anderem beim Hafengeburtstag und beim Alstervergnügen.
Auch der jährliche Weihnachtsmarkt in Ottensen fällt in seine Zuständigkeit. Bergmann spricht von einem Preisanstieg von zwei bis drei Prozent jährlich für die Standbetreiber.
„Allein für Instandhaltung müssen wir etwa 65.000 Euro im Jahr selbst tragen“, sagt er. Die Mietpreise seien im Rahmen. „Es profitieren alle gleichermaßen von der Veranstaltung“, so Bergmann.
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