Stadtpark über der Stresemannstraße?

Spektakuläres Vorhaben: das sogenannte „Stadtpark-Deck Altona“. Grafik: Handelskammer Hamburg

Handelskammer stellt eigenen Masterplan für Diebsteich-Bahnhof vor

Ch. v. Savigny, Altona

Das Vorhaben klingt ambitioniert: Um deren Attraktivität zu steigern, möchte die Handelskammer Hamburg (HK) die Gegend rund um den künftigen Fernbahnhof am Diebsteich ganz neu überplanen. Kernstück des sogenannten „Masterplans“ der HK ist es, die geltenden Bebauungspläne, die nach Auskunft der Kammer großenteils noch aus den 1950er- und 1960er-Jahren stammen, zu aktualisieren – mit dem Ziel, den Betrieben vor Ort den Fortbestand zu sichern und neue Unternehmen anzusiedeln. „Bliebe es beim weitgehenden Verzicht auf neue Bebauungspläne, gerieten 300 Unternehmen in den Industrie- und Gewerbegebieten im Umfeld des neuen Bahnhofs aufgrund der absehbaren Entwicklung der Bodenpreise in unnötige Gefahr“, sagt HK-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz.
Nach derzeitigem Stand soll der aktuelle Fernbahnhof Altona bis zum Jahr 2023 an die jetzige S-Bahnhaltestelle Diebsteich verlegt werden. Laut Planung erhält der neue Bahnhof sechs Gleise und zwei S-Bahn-Gleise. An der Ostseite ist ein kleiner Bahnhofsvorplatz vorgesehen – allerdings mit lediglich 20 Kurzzeitparkplätzen. Viel zu wenig, sagt die HK, die sich für ein Bahnhofs-Parkhaus mit 500 Stellplätzen sowie 350 Fahrradparkplätzen einsetzt. Außerdem soll ein Busbahnhof entstehen. Große Bahnstraße und Waidmannstraße sollen ausgebaut und für den Verkehr ertüchtigt werden. Örtliche Sportplätze könnten auf das Dach des Metromarkts verlegt werden. Dies sei in Berlin bereits so realisiert worden, sagt Schmidt-Trenz. Auf die Weise möchte die HK Platz für 6.000 neue Wohnungen und 18.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Spektakulärstes Projekt ist ein etwa fünf Hektar großer Park, der rund 20 Meter hoch über der Stresemannstraße und den Bahngleisen aufgeschüttet wird und der das alte mit dem neuen Bahnhofsviertel verbinden würde. Das von der HK so getaufte „Stadtpark-Deck“ könnte ein „Convention Center“ für bis zu 800 Kongressteilnehmer, eine Konzerthalle für 5.000 Personen und ein Tagungshotel aufnehmen. Sollte sich dieser Vorschlag als zu aufwendig erweisen, käme ersatzweise eine Fußgängerbrücke („Skywalk“) in Betracht. „Auch das finde ich eine sehr attraktive Idee“, sagt Schmidt-Trenz.
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