St. Pauli – ein großes Hunde-Klo

klig: Hamburgs rund 69.000 Hunde produzieren pro Tag hochgerechnet 22,5 Tonnen Kot – der aber nicht (wie hier) im Grünen landen sollte. Foto: cvs

Die Grünflächen an den Nebenstraßen des Kiez sind mit „Tretminen“ übersät.

Von Christopher von Savigny. Die Gegend rund um Lincolnstraße und Bertha-Keyser-Weg auf St. Pauli stinkt buchstäblich zum Himmel. „Das ist einfach nur ekelhaft“, sagt Anwohner Michael Buddensieg über das Bild, das sich ihm direkt vor seiner Haustür bietet: Die Rabatten und Beete vor Ort sind zu Hundeklos verkommen.
Nicht selten liegt ein Haufen neben dem anderen, häufig noch glänzend frisch und ganz besonders widerwärtig. „Wenn's geht, spreche ich die Halter auch auf das Problem an – leider ohne Erfolg“, berichtet Buddensieg, der nach eigener Aussage nicht das Geringste gegen Hunde einzuwenden hat. „Aber ein Hundebesitzer hat ganz einfach dafür zu sorgen, dass die Schweinerei wegkommt!“
Nach der geltenden Hundeverordnung besteht für Hamburger Hundehalter eine sogenannte „Kotbeseitigungspflicht“: Die Hinterlassenschaften des eigenen Vierbeiners müssen eingesammelt und entsorgt werden. Zu diesem Zweck bietet die Stadtreinigung (SRH) Kotbeutel aus Plastik an, die kostenlos unter anderem in den Drogeriefilialen von Budnikowsky und dm erhältlich sind. Verstöße werden mit Bußgeldern in Höhe von 30 bis 150 Euro geahndet. Strafen werden jedoch selten ausgesprochen, da Hamburg nach der Abschaffung des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) kein geeignetes Kontrollorgan mehr hat.
Genaue Zahlen dazu fehlen allerdings, da Vergehen dieser Art laut Bezirksamt Mitte in der Statistik nicht einzeln aufgeführt werden.

Erstaunlich oft bleiben gefüllte Kotbeutel liegen

Unter zu viel Hundekot leidet nicht nur der Mensch, sondern auch die Umwelt: So kann man das behördlich so bezeichnete „Straßenbegleitgrün“ oft kaum noch als solches erkennen – „brauner Matsch“ passt da schon eher. Mitschuldig daran sind sicherlich Vermüllung und fehlende Sonneneinstrahlung. Erstaunlich oft bleiben auch gefüllte Kotbeutel liegen. „Das ist uns ein Dorn im Auge, denn dafür sind sie nicht konzipiert“, sagt SRH-Sprecher André Möller, dessen Unternehmen jährlich 25 Millionen „Gassi-Beutel“ im Wert von 125.000 Euro produziert.
Die Beutel können in einem der 9.000 städtischen roten Abfallkörbe entsorgt werden. Nach Auskunft Möllers werden die Kiez-Nebenstraßen etwa fünf- bis siebenmal pro Woche gereinigt. „Wenn was Größeres in den Rabatten liegt, nehmen wir das auch mit“, so der SRH-Sprecher.
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