SPD Altona: Matthias Bartke soll nach Berlin

Jurist Dr. Matthias Bartke kämpft in der Bundestagswahl 2013 um ein Ticket nach Berlin. (Foto: pr)

Altonaer Bezirksabgeordneter Mark Classen in innerparteilicher Wahl unterlegen.

Dr. Matthias Bartke (53) versammelte am vergangenen Freitag in SPD-interner Wahl 68 von 115 abgegebenen Stimmen auf sich. Damit wird er für die SPD Altona als Bundestagskandidat ins Rennen gehen. Sein Konkurrent, der Altonaer Bezirksabgeordnete Mark Classen (37), wurde lediglich von 46 der anwesenden Sozialdemokraten gewählt. Der Jurist Bartke tritt ein anspruchsvolles Erbe an: Von 1998 bis 2011 war Olaf Scholz Altonas Mann im Bundestag.
Hoffnung schöpfen kann jetzt Markus Weinberg, der Kandidat der CDU. Nie gelang es ihm, am „roten Riesen“ Olaf vorbeizuziehen, allerdings verringerte sich der Abstand zwischen Weinberg und Scholz bei jeder Wahl. Mit Matthias Bartke hat Weinberg nun einen Gegner, der zweifellos leichter zu überholen ist. Denn zielsicher hat sich die SPD mit der Wahl von Bartke den Mann herausgepickt, der es dort, wo er gewählt werden soll - im Wahlkreis Altona - schwer haben wird. Der Kandidat wohnt gar nicht in Altona, sondern in Eimsbüttel. Er ist innerhalb der SPD exzellent vernetzt, aber außerhalb der Partei bei den Altonaern wenig bekannt. Ob er weiß, wo es in Altona brennt, ist nicht deutlich auszumachen: Seinen Bundestagswahlkampf will er mit „Altonaer Themen, Sozial- und Friedenspolitik“ führen.
Classen, der in Altona-Altstadt wohnt und dort so bekannt ist wie der sprichwörtliche „bunte Hund“, hatte dagegen angekündigt, vom Bundestag aus zu versuchen, die desolate Miet- und Wohnungssituation in Altona und Hamburg anzugehen.
Freuen darüber, dass Classen keine Chance bekommt, nach Berlin zu gehen, kann sich die Bezirksversammlung Altona. Die behält so einen ihrer fähigsten Abgordneten. Mark Classen selbst sieht die Niederlage sportlich und versichert: „Natürlich stehen wir jetzt alle geschlossen hinter Matthias Bartke!“
Neben Bartke und Classen trat Bérangère Bultheel (32) zur Wahl an; sie erhielt trotz Frauen- und Zuwandererbonus keine einzige Stimme und wurde damit für eine „völlig falsche Selbstwahrnehmung“ abgestraft, wie es ein Genosse ausdrückte. Ein Blick auf ihre Homepage erklärt, was er damit meint.
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1 Kommentar
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Sebastian Jahnz aus Altona | 12.12.2012 | 11:23  
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