SoVD Hamburg fordert mehr medizinische Gerechtigkeit – überall!

Klaus Wicher

„Senat muss flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung sichern “

Auf eine medizinische Folge der wachsenden Teilung der Stadt in Arm und Reich weist Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands SoVD , hin: „Wer arm ist und in armen Vierteln wohnt, lebt kürzer, weil er nicht auf die gleiche medizinische Versorgung rechnen kann wie wohlhabende Patienten“. Wicher kritisiert, dass Fach- aber auch Hausärzte zunehmend dort hinziehen und eine Privatpraxis öffnen oder übernehmen, wo wohlhabende Patienten leben. So entsteht eine Überversorgung in "guten" Vierteln - wo die Kassenärztliche Vereinigung keine Zulassung vergeben würde.
Wicher nennt Gründe für den Ärztemangel etwa in Hamburgs Westen oder die geringe Zahl von Kinderärzten in dem zwar kinderreichen aber weniger privilegierten Stadtteil Steilshoop: „Die mangelnde Versorgung etwa mit Fachärzten liegt daran, dass Hamburg als ein Niederlassungsgebiet gilt. Wer seine Zulassung hat, kann praktizieren, wo er will. Es gibt keine Planung. Hier muss der Senat steuernd eingreifen“ . Wicher fordert den Senat zu mehr medizinischer Gerechtigkeit auf. Es dürfe nicht sein, dass „sich die Diagnose und Lebenserwartung am Portemonnaie ablesen lassen, so Wicher. Er verweist dazu auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Wohlhabende Frauen leben acht Jahre länger, Männern 14 Jahre.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.