So wohn(t)en die Genossen

Altonas Museumsdirektor Torkild Hinrichsen (l.), Petra Böhme, Mitglied im Vorstand des Altonaer Spar- und Bauvereins, und Altoba-Vorstand Holger Kowalski in einem Gemeinschaftsbad, wie es sich früher die Bewohner eines Hauses in der Behringstraße teilten. Foto: sk

Ausstellung zum 120-jährigen Bestehen des Altonaer Spar- und Bauvereins im Museum

Von Steffen Kozieraz.
Wie zwei, die sich lange gesucht und endlich gefunden haben, stehen der Altonaer Museumsdirektor Torkild Hinrichsen und Holger Kowalski aus dem Vorstand des Altonaer Spar- und Bauvereins (Altoba) beisammen und scherzen miteinander. Beide freuen sich über die Eröffnung der Ausstellung im Altonaer Museum „Bei uns nebenan. Bauen und Wohnen in Altona“.
Zum 120-jährigen Geburtstag wird hier der gestalterische Einfluss der Baugenossenschaft gezeigt. Fotografien markanter Bauten, Filme, Hörspiele und ausgewählte Gegenstände erzählen Geschichten aus dem vom Altoba geprägten Leben und Wohnen über Generationen hinweg.
Blickfang ist eine alte Badewanne mit dazugehörigem Ofen, wie sie in den 30er Jahren in Gemeinschaftskellern üblich waren. „Diese Wanne wurde so von genossenschaftseigenen Werkstätten produziert und bis in die 80er Jahre hinein genutzt,“ erklärt Kuratorin Verena Fink.
Ein ausgestopftes Kaninchen erinnert an Zeiten, in denen der Altoba das Halten von Schweinen und Ziegen in den Wohnungen ausdrücklich verbieten musste. Und manch älterer Mieter kann sich vielleicht noch an die schwarzen und weißen Kugeln erinnern, mit deren Hilfe die heißbegehrten Wohnungen verlost wurden. „Die Ausstellung finde ich sehr gelungen,“ resümiert Holger Kowalski von der Altoba.
Mitglieder und Mitarbeiter der Baugenossenschaft haben für dieses Projekt historische Fundstücke ausgegraben. Dazu konnte das Altonaer Museum die Ausstellung mit anderen Stücken wunderbar ergänzen, lobt Kowalski und fragt den Museumsdirektor Torkild Hinrichsen: „Ich verstehe nicht, warum wir 120 Jahre nichts miteinander zu tun hatten?“ Dazu Hinrichsen: „Es ist für uns ein bewährtes Modell, mit traditionellen Altonaer Firmen zusammenzuarbeiten. Ohne Hilfe der Altoba und deren Finanzierung könnten wir die Ausstellung nicht machen. Dafür hat das Museum kein Geld.“
So kann sich das Altonaer Museum auf weitere Kooperationen mit der Altoba freuen, denn diese Zusammenarbeit soll „keine Einmalgeschichte bleiben,“ so Kowalski.
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