So wird der Hausputz zur guten Tat

Fegen, wischen, bügeln... die Helpers, hier Bärbel Cchicini, machen das gerne – für Normal- und für Geringverdiener. (Foto: pr)

Neues Projekt von Koala e.V.: Wer seine Putzhilfe regulär bezahlt, zahlt die Hausreinigung bei bedürftigen Menschen mit.

Gute Nachricht für Menschen, die Hilfe in ihren vier Wänden brauchen: der Verein Koala hat mit den „Helpers“ einen Haushaltsservice gegründet. Geboten werden Haushaltsdienstleistungen. Zum einen für solche, die sich „normale“ Preise leisten können. Zum anderen für Menschen, die nachweislich wenig Geld haben. Die zahlen nur ein Drittel des regulären Preises. So hilft, wer die Helpers regulär bezahlt, Menschen an der Armutsgrenze, die Unterstützung in ihrem Haushalt brauchen.
Letztes Jahr ging es durch die Zeitungen:  Die Ein-Euro-Jobber des FamilienService Koala durften nicht mehr putzen gehen. Grund: Putzen ist eine gewerbliche Tätigkeit, die Ein-Euro-Kräfte verdrängten reguläre Jobs. Für viele Haushalte war das eine Hiobsbotschaft. Alte und Behinderte, die zu wenig Einkünfte hatten, um sich eine Putzhilfe zu leis-ten, aber nicht arm genug waren, um Hilfe durch die Ämter beanspruchen zu dürfen, waren verzweifelt. Vielen, wie der 86-jährigen Lona Holz aus Lurup, drohte der Umzug ins Heim, weil sie körperlich nicht mehr in der Lage waren, Hausputz zu machen.
Nun hat Koala ein neues Projekt gestartet: die Helpers. Neun Langzeitarbeitslose, acht Frauen und ein Mann, sind, finanziert unter anderem von Europäischen Sozialfonds, zum Haushaltshelfer fortgebildet worden und erledigen, was so in der Wohnung anfällt – vom Fensterputzen bis zum Bügeln. Der Service geht sogar darüber hinaus: Die Helpers begleiten zum Einkaufen und zum Arzt, machen Botengänge, betreuen Haustiere und erledigen kleinere Reparaturen. Der Verein Koala bekommt als Arbeitgeber einen Zuschuss von der Arbeitsagentur.
Gabriele Kessel leitet das Projekt und garantiert für die Professionalität ihrer Helpers: „Sehr motiviert, ein richtig schönes Team! Nun suchen wir dringend reguläre Kunden, damit wir den Service für Bedürftige erhalten und ausweiten können.“
Ganz billig hört sich der Normalpreis auf den ersten Blick nicht an: 17.85 Euro pro Stunde. Doch damit ist alles abgedeckt: Man braucht niemanden anzumelden, sich keine Gedanken über Schwarzarbeit, Fahrtgeld oder Versicherungen zu machen. Kessel: „Alles enthalten. Null Bürokratie. Einmal im Monat kommt eine Rechnung. Und man kann die Helpers so oft oder so selten bestellen, wie man will.“ Im Preis enthalten ist zudem das gute Gefühl, anderen unter die Arme zu greifen: Langzeitarbeitslosen, die sinnvolle Arbeit erledigen. Und Bedürftigen, die für eine Stunde der Helpers unter sechs Euro zahlen.
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1 Kommentar
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Jens Bend aus Altstadt | 17.08.2015 | 16:55  
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