Sie wollen St. Pauli schöner machen

Charlotte Dieckmann (l.) und Christina Röthig laden St. Paulis Bewohner zur öffentlichen Gestaltungsberatung ein. Foto: mk

Für alle und kostenlos: „Gestaltungsberatung“ von Design-Studenten und Sozialarbeitern

Von Miriam Roersch.
Kreativ sind beide Teams: Die Mitarbeiter der GWA St. Pauli, wenn es darum geht, mit begrenzten Ressourcen Selbsthilfe-Projekte in ihrem Stadtteil anzustoßen. Und die Design-Studenten der Hochschule für bildende Künste, die gestalterische Probleme gern ungewöhnlich lösen. Nun arbeiten diese beiden Gruppen wieder zusammen, um gemeinsam mit Bewohnern St. Pauli ein Stück lebenswerter zu machen.
„Gestaltungsberatung“ ist der sperrige offizielle Name für das Angebot. Die Studenten um Jesko Fezer, Professor für Experimentelles Design, haben in den vergangenen drei Jahren Ideen entwickelt und umgesetzt, um den Bewohnern ein schöneres Umfeld zu schaffen und den Stadtteil aufzuwerten.
Eines von rund 25 Projekten ist der Flur-Punsch-Abend. Bewohner des Niebuhrhauses, des Hochhauses an einem Ende der Reeperbahn, wünschten sich zur Gemeinschaftspflege einen Ort zum Treffen. Prompt machten die Studenten aus einem der schmalen Flure eine Bar mit Stehtischen und einer eigens dafür kreierten Theke. Kosten: 100 Euro. Den nächs-ten Frühschoppen organisierten die Hausinsassen schon selbst.
Ob im kleinen Rahmen oder für die Allgemeinheit – das Team der Gestaltungsberatung will gegen steigende Mieten und den Verdrängungsprozess Akzente setzen. Auch Anwohner, die sich keine teure Beratung leisten können, sollen die Möglichkeit erhalten, daran mitzuwirken.
Zwei der Beteiligten am Flur-Punsch-Abend haben inzwischen ihr Design-Studium abgeschlossen. Charlotte Dieck-mann und Fynn Heyer bilden jetzt gemeinsam mit Christina Röthig von GWA St. Pauli das Gespann, das seit Juli wieder jeden Mittwoch von 18 bis 19 Uhr im Büro der GWA am Hein-Köllisch-Platz für die Stadtteilbewohner da ist.
Die öffentliche und kostenlose Gestaltungsberatung für die Menschen auf St. Pauli startet offiziell zum zweiten Mal. Gefördert wird das Projekt mit 85.000 Euro aus dem Elbkulturfonds der Kulturbehörde Hamburg.


Gestaltungsberatung
in der GWA St. Pauli,
Hein-Köllisch-Platz
Mittwochs, 18 bis 19 Uhr
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