Sicher, sauber, leise – durch Tempo 30?

Mehr Raum zum Leben: Die Max-Brauer-Allee ist eine wichtige Verkehrsader, aber auch Lebensraum für die Anwohner. (Foto: LSBG)

Umbau Max-Brauer-Allee: Die Bürger wünschen sich auch Fahrradspuren, mehr Parkraum und weniger Lärm

Von Gaby Pöpleu

Tempo 30, durchgehende Rad- und Busspuren, mehr Platz und Übergänge für Fußgänger, bessere Luft, mehr Parkraum, weniger Lärm – die Wünsche der Anwohner der Max-Brauer-Allee gehen auseinander, wenn es um den Umbau dieser Altonaer Hauptverkehrsader zwischen Holstenstraße und Palmaille geht. Ob sie erfüllt werden können, scheint angesichts der Vielfalt fraglich. Doch immerhin: Das Verfahren zur Bürgerbefragung lief jetzt mit einer Veranstaltung in der Louise Schröder Schule an.
Immerhin gut 100 Altonaer waren gekommen, um den Planungsbehörden mal ihre Meinung zu sagen. Einige nahmen kein Blatt vor den Mund: „Warum haben Sie uns überhaupt zu dieser Bürgerbeteiligung eingeladen, wenn Sie am Ende doch eh machen, was Sie wollen?“, fragte eine resolute Dame. Doch das wies der Behördenvertreter von sich: „Ihre Anregungen fließen in den Planungsprozess ein.“ Eines sei schon jetzt klar geworden: Der Alleecharakter der Straße mit großen Bäumen und Mittelstreifen soll erhalten bleiben. Das hatte die vorher durchgeführte Bürgerbefragung auf der Straße ergeben.

An der Kapazitätsgrenze angekommen?
Dennoch: Die Max-Brauer-Allee scheint an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. 78.000 Fahrgäste benutzen dort täglich die HVV-Busse und rund 22.000 Kraftfahrzeuge teilen sich mit Bussen und Fahrrädern die Fahrbahn. In den letzten drei Jahren gab es in dem Abschnitt 720 Crashs. Den
Alleebäumen geht es nicht gut, ihr Zustand wurden amtsseitig immerhin gerade noch als akzeptabel eingestuft.
Deutlich wurde vor allem: Für die Bürger ist die erhebliche Luftverschmutzung ein großes Problem. Trauriger Hamburg-Rekord: Bei Stick-oxid-Messungen hatte die Max-Brauer-Allee mit  Werten 58 Prozent über dem Grenzwert noch schlechter als die Kieler Straße und die Stresemannstraße abgeschnitten.
Viele Altonaer, darunter auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), wünschen sich daher eine Tempo-30-Zone. Vehemente Befürworter: Eine Bürgerinitiative älterer Anwohner aus dem Nygaard-Stift, die regelmäßig mittwochs an der Bushaltestelle Gerichtsstraße demonstrieren. „Die Stadt tut nichts“, äußerten sich einige ältere Damen deutlich. „Weder wurde das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt, noch wurden durchgehende Rad- oder Busspuren eingerichtet.“ Denn davon versprechen sich die Damen, dass der Verkehr besser fließt und dadurch die Luftbelastung abnimmt.

Anregungen und Wünsche
Anregungen und Wünsche können montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr bei der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, Große Bergstraße 257, Telefon 75 25 78 80, geäußert werden. Die Pläne sind im Internet unter
www.lsbg.hamburg.de/stadtstrassen/
zu finden.
Für Donnerstag, 15. Juni, ruft die Bürgerinitiative aus dem Nygaard-Stift zusammen mit dem ADFC für 18 Uhr zur Demo für Tempo 30 auf der Max-Brauer-Allee auf.
Das weitere Verfahren: Im September wird es eine Planungswerkstatt geben, bei der auch Bürger mitmachen können, bevor die Politiker endgültig entscheiden.
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