Seilbahn – oder nicht?

Die Seilbahn von St. Pauli nach Steinwerder ist ein Gewinn für Hamburg, sagen die Seilbahn-Befürworter. Die Gegner fürchten noch mehr Touristen, Lärm und Vermüllung in einem Stadtteil, der ohnehin schon unter einer unablässigen Folge von Partys und Events leidet. Grafik: Stage Entertainment GmbH

Am 24. August stimmen die Bürger im Bezirk Mitte darüber ab

Von Kristina Rudi/Christiane Handke.
Der Musical-Konzern Stage Entertainment und der Seilbahn-Betreiber Doppelmayr versuchen seit 2011 die Hamburger für ein Großprojekt zu begeistern: eine Seilbahn von St. Pauli über die Elbe zum König-der-Löwen-Zelt. Doch so leicht sind die Hamburger nicht zu begeistern. Viele Bewohner St. Paulis und der Neustadt sehen diese mögliche neue Touristen-Attraktion mit Misstrauen. Sie ahnen, was auf sie zukommen könnte: Erst eine Baustelle, dann noch mehr Remmidemmi auf dem Kiez. Das Wochenblatt listet Argumente pro und contra auf. Der Tag des Bürgerentscheids ist Sonntag, 24. August. Hingehen, abstimmen!

Für die Seilbahn:


- Die Seilbahn soll Hamburg keinen Cent kosten. Die Investoren bezahlen alles.
- Die Seilbahn ist umweltfreundlich. „Eine Fahrt kostet genausoviel Energie, wie eine 100-Watt-Glühbirne im gleichen Zeitraum verbraucht“, so Projektentwickler Ingo Eggers.
- Die Seilbahn zeigt Hamburg und die Elbe aus völlig neuer Perspektive.
- Die Seilbahn ist ein sicheres Verkehrsmittel.
- Die Seilbahn lockt Besucher in die Stadt. Das bringt Geld.
- Die Seilbahn ist kein Risiko : Hat sie sich nach zehn Jahren nicht bewährt, wird sie abgebaut - ohne Kosten für die Stadt.
- Die Seilbahn ergänzt die Hamburger Verkehrsmittel zu Lande und zu Wasser um eine Alternative in der Luft. Eine HVV-Zeitkarte ermäßigt den Fahrpreis.
- Die Seilbahn unterstützt soziale Projekte: 50 Cent pro Ticket sollen an eine Hamburger Stiftung für gemeinnützige Projekte gespendet werden.
- Die Seilbahn könnte ein neues Hamburger Wahrzeichen werden.
Weitere Informationen: www.ja-zur-seilbahn.de

Gegen die Seilbahn:


- Die Seilbahn führt dazu, dass St. Pauli und die Neustadt weiter „eventisiert“ werden. Bezirksamtsleiter Andy Grote: „Weitere monströse Touristenattraktionen sind hier nicht zu verkraften.“
- Die Seilbahn zieht noch mehr Menschen in den Stadtteil, die dort nicht dauerhaft wohnen. Die Folge: Vermüllung und Lärm nehmen zu.
- Die Seilbahn zieht weiteren Autoverkehr an und damit Parkdruck.
- Die Seilbahn als „Tourismusmagnet“ drückt die Anwohner an den Rand.
- Die Seilbahn wird kein Verkehrsmittel für Hamburg und die Hamburger, sondern ein Zubringer für die Musicals.
- Die Seilbahn führt nicht über die Elbe, sondern nur nach Steinwerder und ist deshalb kein vollwertiges Verkehrsmittel.
- Die Seilbahn ist eine wirtschaftliche Bedrohung für die Hafenfähren, die Passagiere verlieren.
- Die Pylone am Start der Seilbahn in St.Pauli sind riesig und hässlich.
Weitere Informationen: www.keine-seilbahn.de
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