Sehbehindertentag 2015 – Aktion des BSVH gemeinsam mit Kieser-Training Altona

Das betreuende Team von Kieser-Training und die Teilnehmer des BSVH am Sehbehindertentag
Anlässlich des Sehbehindertentags 2015 trainierten am 8. Juni Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. (BSVH) im Kieser Training Studio Hamburg Altona unter dem Motto „Fit auch mit Sehbehinderung“. Für die drei Teilnehmer war es das erste Training in einem Fitnessstudio, für die Mitarbeiter des Studios eine neue Erfahrung, blinde oder sehbehinderte Sportlern in das Kieser-Konzept einzuführen. Eine Herausforderung für alle Beteiligten also, der sie sich mit großer Begeisterung stellten.

Besonders toll an der Aktion war, dass für jeden Sportler/Sportlerin ein eigener Trainer oder eine Trainerin zur Verfügung standen. Die Mitarbeiter des Studios hatten sich im Vorfeld viele Gedanken über den Ablauf gemacht, eine Mitarbeiterin des BSVH zu ihrer Mitarbeitersitzung eingeladen und viele Fragen gestellt, um sich ideal auf die Trainingswilligen einstellen zu können. So hatten sie sich genau überlegt, wie man als Sehbehinderter oder Blinder ein Gerät eigenständig vorbereiten kann, ohne die angegebenen Einstellungshinweise lesen zu können. Der Wechsel der Perspektiven war für die Trainer dabei eine besondere Herausforderung. „Ich habe gelernt, dass viele für mich belanglose Details in der Kommunikation mit einer blinden Person unersetzlich sind, damit diese sich besser orientieren kann“, erzählt Ludger Emmerichs. „Herr Holtmann fragte mich direkt bei der ersten Übung, die wievielte Maschine von der Tür ausgehend wir gerade benutzen, um sie wiederfinden zu können. Ich achtete bisher nur auf die äußeren Merkmale des Geräts.“ „Für mich war es bisher selbstverständlich, unsere Geräte anhand ihrer Kennzeichnung zu erklären, so dass ich garnicht auf die Kennzeichen des Raumes geachtet habe, um Positionen zu beschreiben,“ ergänzt seine Kollegin Karolina Schucht. „Besonders beim Training mit Pia Fritzsche war daher, Kieser diesmal nicht zu zeigen, sondern eine Vorstellung davon zu (v)erschaffen“.

„Ich fand es klasse, dass ich ein Fitnessstudio besuchen konnte und dabei meinen eigenen Trainer hatte, der sich auf mich und meine besondere Situation eingelassen hat,“ freute sich Udo Holtmann, der gemeinsam mit seiner Frau Dagmar an der Aktion teilnahm. „Ich hätte mich nicht einfach getraut, in ein Studio zu gehen.“ Dies bestätigt auch Teilnehmerin Pia Fritzsche. „Die Herausforderung war eigentlich, überhaupt mitzumachen.“ Der erste Schritt ist nun getan, alle drei Neu-Sportler sind fest entschlossen, weiter zu trainieren und die noch bestehenden Herausforderungen zu meistern, beispielsweise, was die eigenständige Orientierung im Studio betrifft. „Wir werden alle gemeinsam daran arbeiten müssen,“ sagt Udo Holtmann. „Ich hoffe, dass Kieser da nicht der Atem ausgeht.“ Die Gefahr sieht Geschäftsleiter Stefan Rittmann nicht. „Wir haben Freude daran, den jeweiligen Bedürfnissen unserer Kunden die bestmögliche individuelle Lösung zu bieten,“ erklärt er. „Der gemeinsame Aktionstag mit dem BSVH war für uns eine tolle Möglichkeit, die speziellen Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Kunden kennenlernen zu können. Jetzt möchten wir Ihnen eine Möglichkeit zeigen, mit wenig Aufwand – außer natürlich dem gewollten im Training – aktiv und gesund zu bleiben.“ Und Ludger Emmerichs fügt hinzu: „Es war auch darüber hinaus eine sehr gute Erfahrung, die mich in Zukunft offener und gelassener an Situationen herangehen lässt, z. B. bei Hilfestellung im Bus oder auf der Straße. Berührungsängste sind bei guter Kommunikation untereinander echt nicht nötig.“
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