Schulen auf extreme Wetterlagen vorbereiten

Abgesperrt nach dem Unfall: die Kletterbäume auf dem Schulhof.

Gespräch mit Carola Fichtner, Leiterin der Stadtteilschule Bahrenfeld, über den Sturm-Unfall von letzter Woche.

Ein schwerer Ast bricht ab. Auf einem Schulhof. Zwei Kinder werden verletzt. Wie kann so etwas passieren, was sind die Konsequenzen? Das Wochenblatt sprach mit Carola Fichtner, Leiterin der Stadtteilschule Bahrenfeld.

Am vorvergangenen Freitag wurden zwei Schülerinnen Ihrer Schule auf dem Pausenhof verletzt. Im Sturm brach der Ast eines Baums ab. Ein Kind trug mehrfache Brüche davon, ein zweites eine Gehirnerschütterung, eines erlitt einen Schock. Wie ist das passiert?
Bis zu dem Zeitpunkt hatte es lediglich ein bisschen geregnet, aber Sturm herrschte nicht. Am Ende der Pause dann, gegen 11.50 Uhr, fegte plötzlich eine große Orkanbö über die Schule. Ich saß in meinem Büro und dachte noch: „Was ist das denn?“ Sofort anschließend hörte ich die Schreie vom Schulhof.
Gab es denn keineAnweisung aus der Schulbehörde, die Kinder in der Pause wegen des drohenden Sturms drinnen zu behalten?
Nein, die gab es nicht.
Was geschah anschließend?
Die Reaktion hat mich beeindruckt: Sofort waren zehn Lehrkräfte zur Stelle, die gemeinsam mit anderen Schulmitarbeitern und Schülern den schweren Ast hochgehoben und die verletzten Kinder geborgen haben. Die haben super reagiert - das hat uns hinterher auch die Feuerwehr bestätigt.
Wer ist verantwortlich für die Bäume auf dem Schulhof?
Schulbau Hamburg. Die Kletterbäume im Hof werden alle zwei Jahre auf ihre Sicherheit hin überprüft - das letzte Mal geschah das im vergangenen Jahr. Der Sachverständige war am Sonnabend da, es sind mehrere Äste abgesägt, die Kronen gesichert worden.
Gibt es Konsequenzen aus dem Unfall?
Ja. Was beispielsweise Feueralarm angeht, sind wir gut trainiert. Jetzt müssen wir überlegen, wie wir mit solchen wetterbedingten Ausnahmesitua-tionen umgehen. Sie erinnern sich an das letzte Jahr: Da hatte die Schulbehörde angeordnet, die Kinder wegen eines anstehenden Sturms nach Hause zu schicken. Das gab Ärger, weil die Eltern darauf nicht eingestellt waren – und weil der Sturm dann letzlich gar nicht kam. Wir müssen meines Erachtens dafür sorgen, dass die Kinder, wenn es zu solch schwierigen Wetterbedingungen kommt, bis 16 Uhr in der Schule bleiben können, und wir müssen die Betreuung sicherstellen.
Ihr Resümee?
Wir fühlen mit der Familie, deren Kind noch im Krankenhaus ist, und sind gleichzeitig dankbar, dass nicht noch Schlimmeres geschehen ist.
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