Schräges Datum, schräge Feier

Was ist eigentlich Schule? Ulf Nebe, Leiter des Gymnasiums Allee, stellt die Frage anlässlich des anstehenden Jubiläums ganz neu. Foto: cvs

Gymnasium Allee wird 140 Jahre alt – und dreht alles auf den Kopf

Von Christopher von Savigny. Das Datum ist vielleicht kein außergewöhnliches – Grund zum Feiern gibt es aber allemal. „Es ist ein schräges Jubiläum, also machen wir auch etwas Schräges“, sagt Ulf Nebe, Leiter des Gymnasiums Allee. Vor 140 Jahren wurde die Schule im damals preußischen Altona gegründet, seit 1905 befindet sie sich an ihrem aktuellen Standort an der Max-Brauer-Allee. In dieser Woche klingen die Sektgläser, unter anderem Vertreter der Sozial-. und der Schulbehörde haben sich als Gratulanten angekündigt.
Schräg zu feiern – das heißt in diesem Fall: anders, aus einem neuen Blickwinkel, mit vertauschten Rollen. Lehrer singen ihren Schülern ein Ständchen, 60 Schüler halten zusammen (!) eine Lehrerrede. Im Vorfeld hat eine Gruppe von Gymnasiasten Behördenmitarbeiter, Lokalpolitiker und Elternratsmitglieder interviewt – daraus sind zwei kurze Theaterstücke geworden, die jetzt aufgeführt werden sollen. Und das Übliche natürlich: ein bisschen (Chor-)musik, ein paar Häppchen und ganz viel Sekt. Die neue Sichtweise findet der Schulleiter gut, weil man die Institution Schule ab und zu mal hinterfragen müsse. „Schule darf nicht erstarren, sondern muss sich – im Gegenteil – verändern“, sagt Nebe. „Das gilt sowohl für den Unterricht als auch für unsere Lehrer.“

Das Leitthema: „Zukunft statt Herkunft“

Vor fünf Jahren hat Nebe die Nachfolge des langjährigen Schulleiters Ulrich Mumm angetreten. Eines von Nebes Leitthemen lautet „Zukunft statt Herkunft“. Gerade am Gymnasium Allee mit seinen 15 Prozent Nicht-Muttersprachlern und rund 30 Schülernationen müsse das Motto „Gleiche Chancen für alle“ gelten. „Herkunft darf nicht über berufliche Zukunft entscheiden“, sagt Nebe. Außerdem geht es ihm darum, dass Schüler nicht nur Wissen anhäufen, sondern auch eigenständiges Arbeiten lernen – bei der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG etwa. Aktuell beteiligt sich dort eine Schülergruppe an einem Planungsprojekt zur „Neuen Mitte Altona“.
Hamburgs Schulen wachsen – so auch das Gymnasium Allee. „Vor fünf Jahren hatten wir 750 Schüler, inzwischen sind es 950“, sagt Nebe.
Nach Jahren der Raumnot ist nun endlich Abhilfe in Aussicht: Die Schule bekommt einen Neubau mit Turnhalle und 20 Klassenräumen. Baubeginn ist im Dezember. Geplante Fertigstellung: Sommer 2018 – wenn alles glatt geht.
❱❱ www.gymnasium-allee.net
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