Sanierung kommt nicht in die Gänge

Seit zwei Jahren bewohnt, aber immer noch nicht saniert: das Gängeviertel. (Foto: cvs)
Hamburg: Neustadt Gängeviertel | von Christopher von Savigny.
Zwei Jahre nach seiner Besetzung durch eine Künstlerinitiative zögert sich der Start für die Sanierungsarbeiten am Gängeviertel weiter hinaus. Hintergrund sind die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Parteien: Die Stadt möchte die Planung für den über 150 Jahre alten Häuserblock zwischen Valentinskamp, Caffamacherreihe und Speckstraße weitgehend selbst bestimmen, die Initiative „Komm in die Gänge“ fordert hingegen ein umfassendes Mitspracherecht. Die Einzelheiten bestimmt ein Kooperationsvertrag, der allerdings derzeit auf Eis liegt.
Am 22. August 2009, also fast genau vor zwei Jahren, hatte eine Gruppe von 200 Künstlern die alten Häuser besetzt. Mit der Vorgabe, das Viertel vor dem Abriss zu retten, hatte die Stadt das Areal vor einem Jahr für 2,8 Millionen Euro von einem holländischen Investor zurückgekauft.
Geplant ist nun eine umfassende Sanierung der teils denkmalgeschützten Häuser, von denen viele immer noch nicht an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen sind. Etliche Arbeiten haben die Bewohner zwischenzeitlich selbst in die Hand genommen: Ateliers, Werkstätten und Theaterräume sind entstanden und sogar Läden, in denen etwa frisches Gemüse angeboten wird.
Auch die Stadtentwicklungsbehörde (BSU) will das Gängeviertel wieder nutzbar machen: Insgesamt sollen 80 Wohnungen entstehen. Als Bau- und Sanierungszeit werden acht Jahre veranschlagt, die Kosten liegen bei 20 Millionen Euro.
Nach der Vorstellung der Initiative sollen die sanierten Wohnungen direkt nach Fertigstellung an die Bewohner-Genossenschaft übergeben werden. Zuletzt haben die Gängeviertel-Aktivisten mit Michel-Sanierer Joachim Reinig ihren eigenen Architekten präsentiert. Bei der BSU stößt die Initiative damit auf Ablehnung. „Wir finden, dass der Geldgeber die Kontrolle über die Sanierungsarbeiten behalten sollte“, sagt BSU-Sprecher Frank Krippner. Und ein externer Architekt sei eben zu teuer. „Der Initiative wird jetzt schon ein großes Mitspracherecht eingeräumt“, so Krippner.
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