SAGA-Sanierung: Krebserregendes Asbest hinnehmen?

Baustelle SAGA-Wohnanlage Eckernförder Straße in Altona-Nord

Am 28. Oktober war die problematische Asbestsanierung in der SAGA-Wohnanlage Eckernförder Straße Thema im Umweltausschuss der Altonaer Bezirksversammlung.

Seit dem Frühjahr werden in der Hochhaussiedlung asbesthaltige Lüftungskanäle durch unbelastete Materialien ausgetauscht, vgl. TAZ-Bericht vom 18. August 2013. Viele Mieter, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen haben, beschwerten sich darüber, dass die Sanierungsarbeiten nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden: Beim Aufbrechen und Abbauen sei asbesthaltiges Material beschädigt und ein Strang der Lüftungsanlage ohne Staubabsaugung abgerissen worden. Die zuständigen Behörden bestreiten dies. Bei mehrfachen Kontrollen vor Ort hatte sich das Amt für Arbeitsschutz davon überzeugt, dass die Schutzvorschriften eingehalten wurden. Lediglich Nachbesserungen empfahl das Amt. Das Gutachten des TÜV Nord, von einem Mieter auf eigene Kosten in Auftrag gegeben, kam zu einem anderen Ergebnis: In den Ende Mai genommenen Schmutzproben konnte der TÜV Nord krebserregendes Asbest nachweisen. Die Menge lag knapp unter einer „deutlichen Belastung“. Es kann nur vermutet werden, dass außerhalb der Kontrollen gegen Schutzvorschriften verstoßen worden sein könnte. Bemerkenswert ist, dass die stadteigene SAGA/GWG sich bislang nicht in einer eigenen Stellungnahme gegenüber dem Umweltausschuss äußern wollte. Stattdessen nahm die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt stellvertretend für die SAGA/GWG Stellung. Ein Befangenheitsproblem besteht, wenn städtische Behörden die Baustelle eines stadteigenen Wohnungsunternehmens kontrollieren. In solchen Fällen sollten die Kontrollen künftig von unabhängigen Sachverständigen durchgeführt werden. So kann das beschädigte Vertrauen wieder gestärkt werden. Mehr Informationen über Karsten Strasser: www.karstenstrasser.de
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Brigitte Thoms aus Lurup | 04.11.2013 | 23:38  
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