Saga-Mieter schlecht behandelt?

Nachbarn und Freunde:Irmi Franck (l.) wohnt seit 70 Jahren, Anne Dalmis seit 30 Jahren im Haus Zeißstraße 5. Sie finden, die Saga tue nicht genug, um adäquate Wohnungen für die Zeit anzubieten, in der das Haus saniert werden soll.

Haus Zeißstraße 5 soll saniert werden - für die Zeit des Umbaus sollen die Mieter umziehen

Seit Jahren stehen im Haus Zeißstraße 5 vier Wohnungen leer, weil die Saga im Clinch liegt mit den drei Mietern der restlichen Wohnungen.
Saga-Sprecherin Kerstin Matzen: „Da diese Wohnungen nach Auszug der jeweiligen Mieter nicht bewohnbar waren und eine Modernisierung einzelner Wohnung zu kostenintensiv war, blieben diese leer. Es ist eine Vollmodernisierung vorgesehen:Wärmedämmung, Badeinbau, Einbau einer Zentralheizung, die Erneuerung sämtlicher elektrischer und Wasserleitungen, Umbau des Treppenhauses.“
Die Saga habe den verbleibenden Mietern angeboten, ihnen bei der Suche nach neuen Wohnungen zu helfen und zugesichert, dass sie nach der Sanierung wieder in das Haus zurück können. Alle Kosten, die die Mieter durch diesen doppelten, erzwungenen Umzug haben, werden bezahlt.
Doch Mieterin Irmi Franck (83) beschwert sich über die Art und Weise, wie die Saga sie hinauskomplimentieren will. Franck ist vor 70 Jahren als „Trümmerkind“ hier eingezogen, Vater und Mutter waren bei einem Bombenangriff verbrannt. Es gelang ihr, sich ein komfortables Leben zu erarbeiten. Ihre solide eingerichtete Wohnung zeugt davon.
Zwei Wohnungen in direkter Nachbarschaft hat die Saga ihr bisher angeboten. „Viel zu klein, hab ich gesagt, da kann ich ja meinen Schrank gar nicht unterbringen.“ Sie zitiert die Antwort der Saga-Mitarbeiterin: „Da müssen Sie eben auf Ihren Kram verzichten.“ Irmi Francke entrüstet: „Ich hab alles in den Bomben verloren und muss mir sowas sagen lassen!“
Sauer ist sie auch über den Umgang mit ihren Nachbarn, der Familie Dalmis, seit 30 Jahren im Haus. Irmi Franck: „Die Frau ist hüftkrank und sollte in die dritte Etage ziehen. Das ist doch unmenschlich!“
Diesen Vorwurf lässt Saga-Sprecherin Kerstin Matzen nicht auf sich sitzen:„Das können wir nicht nachvollziehen. Die Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, die in unserem Auftrag seit September den Kontakt zu den Mietern hält, ist sehr einfühlsam. Frau Franck besteht jedoch auf einen Ankauf der Zeißstraße 5 ihrerseits. Dieses liegt nicht in unserem Interesse, daher verlaufen die Gespräche nicht im Sinne von Frau Franck.“
Dass sie das Haus kaufen würde, streitet Irmi Franck gar nicht ab: „Aber ich weiß doch, dass die Saga nicht verkaufen darf!“
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