Rosenkrieg um einen Hund

Ahnt nichts von dem Streit, in dessen Mittelpunkt sie steht: Labrador Retriever Hündin „Minken“, die früher „Gina“ hieß. (Foto: pr)
 
Bei Christine H., wo "Minken" seit zwei Jahren lebt, hat sie einen Spielgefährten: Hektor. (Foto: pr)

Zwei Frauen streiten sich seit Jahren: Zu wem gehört Labrador-Retriever-Dame Gina/Minken?

Ein Hund mit zwei Namen und zwei Frauchen: Christine H. nennt die achtjährige Labrador Retriever Hündin „Minken“. Martina B. ruft den Hund „Gina“. Beide Frauen behaupten: Der Hund gehört mir. Das Gericht hat schon entschieden: Das Tier ist Eigentum von Martina B. Aber noch lebt die Hündin bei Christine H.. Und die kämpft weiter darum, sie zu behalten. „Es geht mir nur um eins: um das Wohl des Tiers“, sagt sie.
Zur Vorgeschichte: Martina B. und Christine H. lernen sich 2011 beim Gassigehen kennen. B. führte „Gina“ aus, H. ihren „Hektor“. Martina B. lebt in schwierigen Verhältnissen, zieht mehrmals um, hat keinen Job, die Beziehung zu ihrem Freund ist explosiv. Christine H. bietet an: „Wenn es dir zu viel wird, ich pass gern auf Gina auf.“ Martina B. nimmt an.
Immer häufiger und länger passt Christine H. auf Gina auf. Als Martina B. Anfang 2012 eine 16-monatige Ausbildung beginnt, gibt sie ihren Hund ganz ab. Christine H.: „Ich habe ihr gesagt, dass das Tier gerne für immer bei mir bleiben kann, dass sie sich diese Entscheidung aber gut überlegen muss.“ Dann fügt sie hinzu: „Aber ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich hab mich auf die mündliche Abmachung und den Handschlag verlassen, ich habe nichts Schriftliches.“
Martina B. besucht Christine H. gelegentlich; dann werden die Besuche seltener. B. weiß, dass „Gina“ jetzt „Minken“ heißt und sagt nichts dazu. Aber: Sie rückt die Papiere für den Hund nicht raus, obwohl Christine H. mehrmals darum bittet.
Im Sommer 2013 fordert Martina B. plötzlich den Hund zurück. Als Christine H. sich auf die Abmachung beruft, bekommt sie überraschend Besuch von B. und deren erwachsenem Sohn. Die beiden nehmen H. so in die Mangel, dass Mutter und Sohn wegen Körperverletzung angeklagt und verurteilt werden. Martina B. bestätigt gegenüber dem Wochenblatt: „Ja, ich verdanke dieser Frau (Christine H.), dass ich jetzt vorbestraft bin.“
Trotz ihres rabiaten Vorgehens hat B. mit einer Klage gegen Christine H. Erfolg: Der Hund muss zu ihr zurück. Christine H.’s Berufung wird abgelehnt.
Martina B.: „Frau H. kann sich fünf Hunde kaufen, meinen kriegt sie nicht!“

Nachgefragt
Das Wochenblatt fragte Susanne David, Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin im Hamburger Tierschutzverein IHK/BHV, nach ihrer Expertenmeinung: „Was würden Sie - ganz abgesehen vom juristischen Aspekt - in diesem Fall raten? Was ist das Beste für den Hund?“
Susanne David: „Nach zwei Jahren wird er seine frühere Besitzerin noch wiedererkennen, wenn auch vielleicht nicht sofort. Ein Hund ist als soziales Wesen in der Lage, bei einem Wechsel neue Bindungen zu knüpfen. So ein Wechsel ist zwar eine psychische Belastung und oft ein kleines Drama, aber Tiere zerbrechen daran nicht. Trotzdem: Wünschenswert ist ein Wechsel nie. Wie der einzelne Hund so etwas verkraftet, kommt auch auf die individuelle Persönlichkeit des Tieres an.
In diesem Fall würde ich sagen: Dem Hund geht es heute gut, während die erste Besitzerin offensichtlich nicht die Zeit hatte, sich so zu kümmern, wie es nötig gewesen wäre. Gina/Minken ist besser da aufgehoben, wo sie jetzt ist – schon allein deshalb, weil dort ein zweiter Hund ist, an den sie sich gewöhnt hat.“

Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Gibt es eine Lösung im Hundestreit um Labrador Retriever Gina/Minken? Schreiben, faxen oder mailen Sie uns!
Wochenblatt-Redaktion
Stichwort „Hund“
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg
Fax 040/85 32 29 39
E-Mail: post@wochenblatt-redaktion.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.