Rockender Rechtspfleger geht in Rente

Justiziar Peter Eckert auf seiner Abschiedsfeier im Amtsgericht Altona - noch im Sakko.

Justizamtsrat Peter Eckert (65) arbeitete über 30 Jahre lang am Amtsgericht Altona.

Von Christopher von Savigny.
Dort, wo sonst nüchterne Rechtsprechung herrscht, war kürzlich fetzige Rockmusik zu hören. Im Verhandlungssaal 245 des Amtsgerichts Altona griffen Justizamtsrat Peter
Eckert und seine Kollegen der „Band deutscher Rechtspfleger“ zu den Instrumenten, spielten Klassiker wie „Long Train Running“ von den Doobie Brothers und „Come As You Are“ von Nirvana. Dazu wurden Sekt und Schnittchen gereicht – 120 eingeladene Gäste wippten begeis-tert mit den Füßen.
Eckert, über 30 Jahre lang Rechtsberater am Amtsgericht Altona, feierte seinen Abschied aus dem Berufsleben. „Natürlich ist auch ein bisschen Wehmut dabei“, sagt der bei den Kollegen äußerst beliebte Justiziar. Seine Mitarbeiter vermisse er jetzt schon. „Aber ich habe mich eigentlich ganz gut auf meinen Ruhestand vorbereitet.“
Nach diversen Zwischenstationen im Vollstreckungs-, Zivil-, Familien- und Grundbuchverfahren hatte sich der studierte Rechtspfleger während der letzten 13 Jahre im Betreuungsrecht engagiert. „Eine wichtige Arbeit“, sagt Eckert. „Wichtig für die Leute, die nicht mehr selbst für sich sorgen können.“ Deshalb macht er auch als Ruheständler weiter, hält ehrenamtlich Vorträge und bietet Weiterbildungen an.
Für sein zweites großes Steckenpferd, die Musik, soll ebenfalls viel Zeit übrig bleiben: Regelmäßig wird die „Band deutscher Rechtspfleger“ für Betriebsfeiern gebucht. Außerdem ist er Mitglied einer Hamburger Kapelle namens „Backbeat“, die unter anderem Beatles-Klassiker nachspielt. Auch nach seiner Pensionierung will er sportlich bleiben: Fünfmal ist er bislang die Cyclassics mitgefahren, 20 Jahre hat er beim SV Blankenese Fußball gespielt. Eckert ist verheiratet, er hat zwei erwachsene Töchter und drei Enkelkinder.
Über die Jahre hinweg ist der „rockende Justiziar“ zu einer regelrechten Institution am Amtsgericht Altona geworden. „Heutzutage sieht man es ja wirklich selten, dass jemand so lange den gleichen Arbeitsplatz hat“, sagt seine Kollegin Annegret Konitzer.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.