Rindermarkthalle: Anwohner-Initiative will ausharren

Planungswerkstatt: Besucher und Anwohner entwerfen ihre eigene Rindermarkthalle. (Foto: cvs)
ch. v. savigny, St. Pauli
Eine Entscheidung ist gefallen: Die alte Rindermarkthalle am Heiligengeistfeld soll wieder zum Nahversorgungszentrum für die St-Pauli-Anwohner werden. Das ist das Ergebnis von Verhandlungen, die die städtische Sprinkenhof AG vor wenigen Wochen mit dem künftigen Mieter des Areals, der Edeka Handelsgesellschaft Nord, geführt hatte.
Danach sollen ab 2013 ein Edeka, eine Aldi-Filiale und ein Budni in die 14.000 Quadratmeter große Halle einziehen. Zudem ist ein offener, überdachter Lebensmittelmarkt nach Art des Altonaer Mercado geplant. Bis zum geplanten Einzugstermin werden die Innenräume renoviert, die Fassade wird instandgesetzt. Der Vertrag wurde vorerst für zehn Jahre abgeschlossen. „Danach muss man sehen, inwieweit sich das Konzept bewährt hat“, sagt Lars Schmidt-von Koss, Sprecher des Bezirksamts Mitte.
Vor dem ehemaligen Walmart, der vor knapp eineinhalb Jahren seine Pforten für immer dicht machen musste, hat sich in der Zwischenzeit eine Anwohnerinitiative breitgemacht: Fünf große „Planungswürfel“ aus Holz haben die Organisatoren dort aufgestellt. An den einzelnen Buden kann man sich über das Projekt informieren, Kaffee trinken oder sogar selbst stadtplanerisch tätig werden. Mit Musik und Mitmachaktionen haben die Mitglieder kürzlich das 60-jährige Bestehen der Rindermarkthalle gefeiert. „Wir sind für Anwohnerbeteiligung und Planungsvielfalt“, sagt Mitveranstalterin und Anwohnerin Anke Haarmann. Viele wünschen sich neue Grünflächen, zusätzliche Sozialwohnungen und sogar eine neue Bücherhalle. Das Mitspracherecht ist nach Meinung der Organisatoren nicht gesichert. Zwar gebe es Pläne, das Obergeschoss des Gebäudes künftig für wenig Geld an lokale Vereine und Projekte zu vermieten. Doch konkrete Gespräche stehen nach Auskunft der Initiative, die sich „Unser! Areal“ nennt, noch aus.
Von der Sprinkenhof AG sind die Planungswürfel bis auf Weiteres geduldet. Bei ihrem Jubiläumsfest legten die Teilnehmer Hochbeete an und pflanzten kleine Bäumchen. Das „Mitmach-Camp“ hat jedes Wochenende geöffnet.
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