Rausschmiss zum 50. Geburtstag!

Gekündigt – doch sie wollen kämpfen: Besucher des Altonaer LAB-Seniorentreffs mit den Vorstandsmitgliedern Gerd Jütting (li.) und Renate Langenberg (re.). Foto: cvs

Miete zu hoch: LAB-Seniorentreff muss aus Mercado-Einkaufszentrum ausziehen.

Von Christopher von Savigny. Im Aufenthaltsraum des Seniorentreffs von „Lange Aktiv Bleiben“ (LAB) im Altonaer Mercado geht es zur Sache: „Wir sind gut drauf, wir geben richtig Gas“ singen etwa 15 ältere Besucher und bewegen sich dabei rhythmisch im Takt der Musik. Das Stück „Je oller, je doller“ gehört zum festen Repertoire der Gruppe, die sich selbstironisch „Faltenrockies“ nennt und die regelmäßig Auftritte im Stadtteil hat. Doch bald könnte Schluss sein mit den gewohnten Treffen, mit selbstgemachter Musik, mit Kaffeeklatsch und Klönschnack. Denn der Altonaer LAB-Treff soll Ende nächsten Jahres ausziehen.
Hintergrund: Der Mietvertrag läuft aus, die Räume wurden bereits an eine benachbarte Waldorf-Kita weitervermietet. Zudem hat das Bezirksamt die Zuschüsse drastisch gekürzt: Statt 46.000 Euro bekommt die Einrichtung ab 2017 nur noch 26.000 Euro pro Jahr. Das reicht nicht, um gegen die Kita mitbieten zu können. „Wenn es uns nicht bald gelingt, neue und bezahlbare Räume in der Nähe zu finden, dann bedeutet das für unsere Gäste praktisch die Schließung“, befürchtet Vorstandsmitglied Gerd Jütting.
Der Altonaer Seniorentreff wurde 1966 gegründet und ist damit die älteste von insgesamt zwölf LAB-Einrichtungen in Hamburg. Sie hat rund 10.000 Besucher im Jahr. Auf 180 Quadratmetern im dritten Stock des Mercado können Altonas Senioren wochentags zwischen 10 und 18 Uhr mit anderen Stadtteilbewohnern ins Gespräch kommen. Zum Angebot gehören Computer- und Sprachkurse, Spielrunden, Mal- und Handarbeitsgruppen, Yoga, Folkloretanz und Softbowling.
Zwei weitere Pluspunkte des Treffs: Er liegt verkehrsgünstig in S-Bahnhof-Nähe und ist mit einem Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen. „Wir finden es ganz fürchterlich, ausziehen zu müssen“, sagt Besucherin Käthe Walcker. „Für uns ist der Treffpunkt im Mercado zu einem richtigen Zuhause geworden.“ Gerd Jütting will die Hoffnung nicht aufgeben: „Wir kämpfen!“, sagt er.
Das Bezirksamt Altona betont, dass der Mietvertrag sowieso ausläuft. „Bei der Suche nach Alternativen werden wir anhand der zur Verfügung stehenden Mittel gleichwohl darauf achten müssen, dass wir zu einem geringeren Mietzins abschließen“, sagt Sprecher Jan Lengwenath.
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2 Kommentare
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Petra Weinstein aus Harburg | 16.08.2015 | 20:29  
7
Jens Bend aus Altstadt | 17.08.2015 | 16:46  
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