Quer durch die Stadt in die Schule

Noch können Aalyah (4 Jahre, r.) und ihre Schwester Alicia (2 Jahre) unbeschwert auf St. Pauli aufwachsen. Bis sie, wenn sich nichts ändert, keine weiterführende Schule in Wohnortnähe finden und vielleicht nach Finkenwerder ins Gymnasium müssen.

Petition gegen „Schulloch“ im Bezirk Mitte: Eltern fordern Kontingent für ihre Stadtteile.

Ch. v. Savigny, St. Pauli
Aalyah Heller besucht den Kindergarten, ihre zwei Jahre jüngere Schwester Alicia bald auch. Die beiden wachsen bei ihren Eltern auf St. Pauli auf. Die bevorstehende Schulzeit ist noch Zukunftsmusik. Doch wenn nichts passiert, steht Familie Heller in einigen Jahren vor dem gleichen Problem wie die Mütter und Väter in den Stadtteilen St. Pauli, Neustadt und Karolinenviertel heute: Ihre Kinder müssen ein Gymnasium am anderen Ende der Stadt besuchen. Weil es in ihrem Gebiet keins gibt und die angrenzenden Gymnasien belegt sind.
40 Minuten Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln seien ab der fünften Klasse zumutbar, heißt es seitens der Schulbehörde. Das sehen die 550 Streiter für Schulplätze anders, die eine Petition im Internet unterzeichnet haben: „Wir fordern mit sofortiger Wirkung, dass jede Schule der angrenzenden Stadtteile 20 Prozent der zu vergebenen Schulplätze als Kontingent für die betroffenen Viertel zur Verfügung stellt.“ Gemeint sind damit die Gymnasien Emilie-Wüstenfeld und Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsbüttel, die Klosterschule in St. Georg, das Helene Lange Gymnasium in Harvestehude und das Gymnasium Allee in Altona-Altstadt.
Das Problem: Überall gibt es weniger Plätze als Bewerber. Für das neue Schuljahr 2014/2015 haben sich laut Schulbehörde 12.789, rund 600 Schüler mehr als im Vorjahr, an staatlichen Gymnasien und Stadtteilschulen angemeldet. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 7.088, will ans Gymnasium. Nur sind deren Kapazitäten auf Grund der festgesetzten Vierzügigkeit mit maximal 112 Schülern begrenzt.
So wurde ein Schüler aus St. Pauli an allen drei nächstgelegenen Gymnasien abgelehnt. Er soll zum neuen Schuljahr nach Finkenwerder fahren. Eine
Strecke: 18 Kilometer. Mit der Fähre wird die Distanz zwar kürzer, der Junge wäre aber immer noch eine Stunde pro Fahrtrichtung unterwegs.
„Die Wegeregelung benachteiligt bestimmte Stadtgebiete“, begründen die Eltern die Petition. „Es handelt sich bei den Fällen der Kinder, die an weit entfernte Schulen verwiesen werden, nicht um Einzelschicksale.“

Info: https://www.openpetition.de/petition/argumente/aen...
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.