„Puffdreieck“ bleibt eine Ödnis

Grasbewachsenene Ödnis: das Grundstück an der Von-Sauer-Straße heute. Foto: cvs

Noch keine neuen Erkenntnisse zum Quartiersprojekt Von-Sauer-Straße

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Das Grundstück an der Ecke Von-Sauer-Straße / Bahrenfelder Chaussee bietet einen tristen Anblick: Blanke Erde, hier und da ein paar Pappfetzen und drumherum ein Bauzaun. Seit mittlerweile drei Jahren liegt die 8.000 Quadratmeter große Fläche brach. 2014 wurde der Häuserblock – von den Bahrenfeldern aufgrund seiner zahlreichen Rotlicht-Etablissements auch „Puffdreieck“ genannt – abgerissen. Seither ist nichts passiert. Nicht nur Anwohner fragen sich, woran es hakt.
Die Recherche gestaltet sich schwierig: Politik und Verwaltung scheinen selbst im Dunkeln zu tappen, auch ein Anruf bei einem der Investoren erbringt nichts. „Das Objekt wurde verkauft“, heißt es im Büro des BTD Bauteam Köln. An wen wollen sie nicht sagen. „Tut uns leid, da geben wir keine Auskünfte.“ Sowohl BTD als auch das zuständige Planungsbüro „LH Architekten“ haben das Projekt auf ihrer jeweiligen Webseite stehen – mit der Jahreszahl 2014. Das Architekturbüro hat die Angelegenheit längst ad acta gelegt. „Die Planung ist abgeschlossen.“
Nach Auskunft von Sven Hielscher, stellvertretender Chef der CDU-Bezirksfraktion, ist die Fläche nicht nur einmal weiterverkauft worden. Was ihn nicht groß verwundert: „Es handelt sich schließlich um ein Grundstück, das sich gut vermarkten lässt“, sagt er. Das Projekt werde dadurch immer teurer. „Es wird kräftig an der Zinsschraube gedreht“, so Hielscher.
Baugenehmigung läuft in diesem Sommer aus
Geplant waren ursprünglich zwei Baukomplexe, der größere von beiden – im Nordwesten gelegen – mit begrüntem Innenhof. Hinten sollten 150 Wohnungen entstehen, vorne 170 Studentenappartements, das Ganze bis zu acht Stockwerke hoch. Im Erdgeschoss Geschäfte. Kostenpunkt bei Planungsbeginn: 65 Millionen Euro. Die vom Bezirk erteilte Baugenehmigung läuft zwar Mitte dieses Jahres ab, kann aber normalerweise problemlos verlängert werden, solange sich an dem Vorhaben nichts Grundlegendes ändert.
„Sehr ärgerlich“, findet Sven Hielscher. „Im Fall des Grundstücks an der Ecke Kieler Straße / Stresemannstraße war es ähnlich. Dort wird ja immerhin jetzt gebaut.“
Sein Vorschlag: „Künftig sollte man den Erwerb der Baugenehmigung mit einem Baugebot verbinden, damit solche Flächen nicht mehr so lange brach liegen können.“
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