Proteste nach Drogeneinsatz

Bei der Demonstration am vergangenen Dienstag standen sich Polizeibeamte und Teilnehmer vor der Davidwache gegenüber. Foto: JOTO

Bilanz einer unruhigen Woche auf St. Pauli mit friedlichen Spontandemos

Von Horst Baumann. Ein Polizeieinsatz am Hafenrand wirkt nach im Stadtteil: Am vergangenen Montagabend, 18. Juli, durchsuchte ein Großaufgebot der Polizei eine Wohnung in der Bernhard-Nocht-Straße nach Drogen. 50 Tütchen (91 Gramm) mit Marihuana und neun Kügelchen Kokain sowie weiteres Beweismittel (zwölf Mobiltelefone) wurden sichergestellt. Die Beamten überprüften 37 Personen, 34 von ihnen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wurde ein Aufenthaltsverbot für St. Pauli entlassen.
Am Dienstagabend haben etwa 750 Menschen auf St. Pauli gegen angeblich rassistische Polizeikontrollen und Polizeigewalt demonstriert. Die Demonstranten versammelten sich gegen 20 Uhr vor der Davidwache auf der Reeperbahn und wurden dort von der bereitstehenden Polizei aufgehalten. Mit lauten Parolen zog die Menge friedlich durch St. Pauli über den Paulinenplatz, Neuen Pferdemarkt, an der Feldstraße vorbei zum Sievekingplatz.
Der Zorn der Demonstranten richtete sich insbesondere gegen Innensenator Andy Grote (SPD). Vor Grotes Wohnung auf St. Pauli versammelten sich am Mittwochabend nach Polizeiangaben 150 Personen. Sie protestierten friedlich und lautstark mit Trillerpfeifen, Töpfen und weiteren Gegenständen. Die Polizei sicherte das Wohnhaus.
Am Freitagabend protestierten dann etwa 100 Personen an den St. Pauli Hafentreppen und der Hafenstraße in Form einer Sitzblockade. Die Teilnehmer saßen auf mitgebrachten Sofas und Utensilien auf der Straße und der Hafentreppe. Die Straßenblockade wurde von Bereitschaftspolizisten geräumt. Die mitgebrachten Sitzgelegenheiten wurden vor Ort von der Stadtreinigung abgeholt.
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