Promis und Pferde

Ehrenrunde: Turniersieger Nisse Lüneburg umritt mit dem 17-jährigen „Calle Cool“ gleich mehrfach das Turnier-oval. Foto: rs

Klein Flottbek im Derby-Fieber

Von Reinhard Schwarz. Ausnahmezustand in Klein Flottbek: Die Reiterelite aus dem In- und Ausland reiste zum Spring- und Dressurderby an – und mit ihr Tausende Pferdefreunde. Gemeinsam mit viel Prominenz im VIP-Zelt verfolgten die Zuschauer auf den Tribünen fachkundig die Leistungen von Pferden und Reitern, spendeten Applaus und bedauerten Gestürzte.
Wer meint, hier gehe es dezent hanseatisch zu, sieht sich eines anderen belehrt: Die fachkundigen Zuschauer leiden mit, feuern an, klatschen Beifall. Bei Stürzen wie etwa von Martin Forkert auf „Friendship“ schallt ein kollektives „Ooh!“ über das Turnierfeld. Gelungene Sprünge mit hohem Schwierigkeitsgrad werden mit einem erleichterten „Aah!“ kommentiert.
Fairness spielt eine große Rolle. Auch der gestürzte Reiter erhält noch aufmunternden Applaus. Frenetischer Jubel ertönt, als Turniersieger Nisse Lüneburg auf dem 17-jährigen „Calle Cool“ im Stechen die Hindernisse fehlerlos absolviert.
„Das Derby in Hamburg ist schon etwas Besonderes“, kommentiert Till Schinkel, Züchter und selbst Springreiter aus Klinkrade im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Es ist wohl eines der schwersten Derbys der Welt, wenn nicht gar das schwerste“, urteilt der Pferdeliebhaber. Ihm gefällt vor allem „die Atmosphäre“ am Turnierplatz Klein Flottbek.
Auch Amateur-Springreiterin Jasmin Jüstel aus Sommerstorf bei Waren an der Müritz und Charlotte Rumler (19), Dressurreiterin aus Berlin, sind „begeistert“ von dem Turnier, schwärmen vom „hohen Niveau“. Und: „Man trifft hier viele Leute sowie andere Reiter. Abends trifft man sich auf dem Gelände.“
Kein Derby in Flottbek ohne Promis. Ins VIP-Zelt darf aber nicht jeder rein, sonst wäre es kein VIP-Zelt. Wer hinein darf, gehört dazu oder darf sich zumindest so fühlen.
Dazu gehörten auf jeden Fall Schauspieler und Reitsportfan Till Demtröder, Wimbledon-Sieger Michael Stich, Ex-Spiegel-Chef Stefan Aust sowie Fernsehköchin Claudia Poletto mit Bahnchef Rüdiger Grube.
Derby-Splitter:
Wenig amüsiert waren zahlreiche Reiter-Teams, die über die Autobahn anreisten und feststellen mussten, dass die Auffahrt Othmarschen gesperrt war, kritisiert Tim Schmuckall (CDU Altona). Viele seien deshalb in der Stadt umhergeirrt. Tim Schmuckall: „Wir werden dazu in der Bürgerschaft eine kleine Anfrage stellen.“ Eine Sprecherin der Innenbehörde verwies auf die Bekanntmachung von Sperrungen im Internet und reichte den Schwarzen Peter an die Wirtschaftsbehörde weiter. Diese versprach eine Stellungnahme, die aber bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag.
Als geschäftstüchtig erwies sich eine Gruppe junger Mädchen, die das offizielle Hochglanz-Derby-Magazin zum Preis von vier Euro verkauften. Es handelte sich allerdings um das Heft von 2013.
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