Post schließt Filiale in Ottensen

Dienststelle im Piependreiherweg schließt zum Jahresende –
Ersatz mit Partnerfiliale an neuem Standort?

Ch. v. Savigny, Ottensen

Vor dem Schalter hat sich eine längere Schlange gebildet – ein häufiges Bild an der Postfiliale im Piependreiherweg. Ende Dezember soll die Niederlassung nach Auskunft des Betreibers, der Postbank, geschlossen werden. Kunden aus Ottensen müssen sich auf längere Wege einstellen: Die nächsten Filialen befinden sich am Kaltenkircher Platz und in der Altonaer Poststraße.
„Ich finde es sehr umständlich, dorthin zu kommen“, sagt Anwohnerin Dorit Mau. Auch Svend Olaf Jacobsen (beide aus Ottensen) ärgert sich über die geplante Schließung. „Hier wohnen viele ältere Leute, für die das sicherlich nicht so einfach werden wird“, sagt er. Und Dorit Mau spricht sich für eine Unterschriftenaktion aus.
Wirtschaftliche Gründe sind laut Postbank-Sprecher Ralf Palm die Ursache für die Schließung zum Jahresende. In einer entsprechenden Pressemitteilung ist allerdings – etwas beschönigend – von einer „Zusammenlegung“ mit der Filiale in der Altonaer Poststraße die Rede – obwohl de facto einfach nur eine der beiden Geschäftsstellen wegfällt. „Damit kann die Postbank ihre Dienstleistungen vor Ort weiterhin wirtschaftlich anbieten“, sagt Palm. „Kein Mitarbeiter verliert seinen Job, da die Mitarbeiter innerhalb des Filialgebietes Hamburg in anderen Filialen eingesetzt werden.“
Kritik an dem Vorhaben kommt von den Altonaer Linken: „Angesichts dessen, dass dies die einzige derartige Dienststelle im gesamten Stadtteil Ottensen mit 30.000 Menschen ist, und die bestehende Filiale ständig völlig überlastet ist, ist dies eine nicht hinnehmbare Verschlechterung der öffentlichen Infrastruktur in Ottensen“, heißt in einem Antrag der Bezirksversammlung.
Möglicherweise kommt es für die Ottenser aber doch nicht so dicke: Denn die Deutsche Post plant nach Auskunft der Postbank, eine neue Partnerfiliale „in unmittelbarer Nähe des aktuellen Standorts“ zu eröffnen. Genaueres ist noch nicht bekannt: „Wir sind derzeit dabei, einen Vertrag mit einem Partner für den genannten Bereich abzuschließen“, sagt Martin Grundler, Sprecher der Deutschen Post.
Die Deutsche Post AG hatte im Jahr 2006 bundesweit 850 ihrer rund 12.000 Filialen an die Postbank übertragen. In Hamburg waren 38 von insgesamt 75 Filialen betroffen.

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