Polizei probt den Ernstfall

Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag: Glücklichwerweise proben sie in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne nur den Ernstfall. Foto: SE

Große Übung in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne

Stefanie Ender, Osodrf

Schwer bewaffnet laufen etwa 100 Polizisten über das Gelände der Reichspräsident-Ebert-Kaserne, lauern dem Terroristen auf und schießen ihn nieder. Diese dramatische Szene ist glücklicherweise ist das nur eine Übung für den Ernstfall.
Konzentriert bewegten sich die Streifenpolizisten fast lautlos mit Schutzweste, Helm und Waffe ausgerüstet um die Häuserecken. Per Funk geben sie sich Kommandos und nähern sich vorsichtig einem Hauseingang. Als es plötzlich im Haus knallt und ein Attentäter, gespielt von einem Angehörigen der Spezialkräfte, herausgerannt kommt, feuern einige Polizisten. „Wir schießen nur mit Platzpatronen. Aus den Geschossen fliegt nichts ´raus. Sie machen nur Krach“, beruhigt Andre Krüger, Hundertschaftsführer der Hamburger Polizei.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer ist zufrieden. „Zum ersten Mal fand eine Vollübung dieser Art statt. Zuvor wurden die Kollegen nur in kleinen Teilen ausgebildet. Es hat alles gut geklappt.“
Geübt werden verschiedene Szenarien. Neben der Gefahrenabwehr während des täglichen Dienstes führen die Polizisten eine Kontrolle mit gepanzerten Geländewagen durch. Außerdem trainieren sie, wie Verletzte, die in der Nähe eines Attentäters liegen, schnell und sicher versorgt werden können. „Die Kollegen lernen vor allem, sich mental in solche Situationen zu versetzen“, sagt Meyer.
Nicht nur wegen des bevorstehenden G20-Gipfels mobi-lisiert die Hamburger Polizei ihre Streifenbeamten. „Wir möchten auf Szenarien vorbereitet sein, die wir schon in Frankreich und München gesehen haben“, erklärt Meyer.
Insgesamt 4,5 Millionen Euro gab die Freie und Hansestadt Hamburg für Ausrüstung und neue Fahrzeuge im vergangenen Jahr aus. „Nun werden alle Polizisten geschult“, erklärt Innensenator Andy Grote. „Nicht nur die Spezialkräfte sollen in Gefahrenlagen wissen was zu tun ist, sondern auch die Einsatzkräfte im täglichen Dienst. Der große Teil der Streifenbeamten hat die Ausbildung schon abgeschlossen.“
Nach dem G20-Gipfel im Juli werde es weitere Vollübungen dieser Art geben, so Polizeipräsident Meyer.
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