Polizei ermittelt gegen Rußschleuder auf der Elbe

Verpestete die gesamte Umgebung auf ihrem Weg aus dem Hamburger Hafen: die Yang Ming Utmost. Foto: (Foto: Tanja Schaltenberg)

Die Yang Ming Utmost stieß gigantische schwarze Wolken aus, zig Anrufe bei Polizei und Feuerwehr, Rauchmelder schlugen drei Kilometer entfernt Alarm.

Das Containerschiff der Reederei Yang Ming heißt Utmost. Übersetzt: das Enormste, Größte, Riesigste. Der Name kommt hin. Denn das Schiff ist verantwortlich für eine der spektakulärsten Umwelt-Schweinereien, die Spaziergänger, Touristen und Anwohner am Oevelgönner Elbstrand je aus nächster Nähe erlebt haben.
Am Sonnabend glitt der Containerriese gegen 18.40 Uhr aus dem Hamburger Hafen in den Sonnenuntergang – und spuckte auf Höhe Oevelgönne enorme pechschwarze Rußwolken aus, die kilometerweit zu sehen waren. So glaubten Patienten und Personal an den Fenstern im 15. Stock des Altonaer Krankenhauses: Im Hafen brennt es.
Wochenblatt-Leserin Tanja Schaltenberg befand sich auf der Fähre von Finkenwerder nach Altona, als das Dampf-Schiff vorbeikam. Ihr Kommentar: „Dieses Schiff hat wirklich komplett schwarzen Rauch ausgestoßen. Ich stand unten und konnte beobachten, wie sich die Scheiben schwarz färbten vom Ruß. Die Leute, die oben saßen, sind sicherlich dem Tod ein Jahr näher gekommen, da sie bestimmt komplett schwarz waren. So etwas geht gar nicht!“
Auf den Speisen, die auf Restaurantterrassen an der Elbe serviert wurden, lagen Rußpartikel. Besorgte Bürger riefen Polizei und Feuerwehr an und meldeten massive Geruchs- und Qualmbelästigung. Die Wasserschutzpolizei schätzte schon zu diesem Zeitpunkt den Versuch, hinter dem Frachter herzufahren und ihn anzuhalten, als aussichtlos ein. Die Utmost hatte bereits Fahrt aufgenommen. Polizeipressesprecherin Ulrike Sweden: „Das Schiff ist 335 Meter lang, das hat einen enorm langen Bremsweg und wäre gar nicht auf Hamburger Gebiet zum Stehen gekommen.“ Per Funk schloss man Kontakt mit dem 52-jährige Kapitän: Ob es an Bord technische Probleme gebe? Alles in Ordnung, meinte der. Und das mit dem Rauch werde sich schon legen.
Inzwischen war die Rußwolke nach Nordwesten abgedriftet und hatte Rauchmelder am Krankenhaus Altona und im Bugenhagenhaus an der Osdorfer Landstraße, drei Kilometer von der Elbe entfernt, ausgelöst.
Über das Bundeskriminalamt wurden die Behörden in Rotterdam um Hilfe gebeten. Dort traf die Utmost am Sonntagabend ein. Ermittler gingen an Bord und überreichten dem Kapitän einen Fragenkatalog, den er ausfüllen muss. Dienstagmittag legte das Schiff von Rotterdam ab. Es fährt erst nach Le Havre und dann weiter nach Colombo.
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