Pflegebedürftigkeit in Deutschland

In den Hamburger Tageszeitungen, aber auch in Radio und Fernsehen, wird immer häufiger über den Mangel an Pflegefachkräften in Deutschland berichtet. Es wird bereits von einem gravierenden Pflegenotstand gesprochen. In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die auf Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder in einem Pflegeheim angewiesen sind. Jedoch mangelt es an Pflegekräften, die den ansteigenden Bedarf an Pflegeleistungen decken könnten.

Im Jahr 2030 wird ein Mangel an Vollzeit-Fachkräften in der Pflege von ca. einer halben Million erwartet. Der Hintergrund hierfür ist die steigende Zahl der Pflegebedürftigen sowie die oftmals schlechten Arbeitsbedingungen und die schlechte Bezahlung in Pflegeberufen. Ende des Jahres 2011 lag die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bei etwa 2,5 Millionen, bis 2030 wird ein Anstieg auf etwa 3,4 Millionen Pflegebedürftige erwartet.

Das Thema „Pflegebedürftigkeit in Deutschland“ ist mit einer weiteren Problematik verbunden: Bei einem Großteil der Bevölkerung besteht eine finanzielle Versorgungslücke im Falle der Pflegebedürftigkeit. Zwar sind die meisten Menschen über die gesetzliche Pflegeversicherung versichert, diese kommt allerdings nur für einen Teil der Kosten auf. Der Kostenanteil, den die Betroffenen und deren Angehörige selbst aufbringen müssen ist nicht zu vernachlässigen. Die Kosten für die Pflege, die Leistungen der Pflegeversicherung sowie der Eigenanteil der Betroffenen sind abhängig von der Pflegestufe. Folgende Kostenverteilung ergibt sich im Durchschnitt bei einer Heimunterbringung:

Pflegestufe I
Durchschnittliche Heimkosten: 2.378 €
Leistungen der Pflegeversicherung: 1.023 €
Kostenanteil der Betroffenen: 1.355 €

Pflegestufe II
Durchschnittliche Heimkosten: 2.820 €
Leistungen der Pflegeversicherung: 1.279 €
Kostenanteil der Betroffenen: 1.541 €

Pflegestufe II
Durchschnittliche Heimkosten: 3.287 €
Leistungen der Pflegeversicherung: 1.550 €
Kostenanteil der Betroffenen: 1.737 €

(Quelle: Versorgungslücken bei Pflegebedürftigkeit 2011)

Diese Berechnungen zeigen deutlich, dass trotz Pflegeversicherung ein erheblicher Kostenanteil durch die Betroffenen selbst aufgebracht werden muss. Diese Versorgungslücke können die Bürger mithilfe einer privaten Pflegezusatzversicherung, die staatlich gefördert wird, schließen. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege ist hingegen Aufgabe von Wirtschaft und Politik.
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