Pfadfinder: Es gibt sie noch!

Drei „Nordlichter“ in Ottensen: Paikea (15), Linus (15) und Carlotta (12; v. l.) zeigen den Pfadfindergruß. Foto: ch
Hamburg: Nordlicht |

Das Wochenblatt stellt die Jugendlichen mit dem etwas anderen Hobby vor

von Christiane Handke

Pfadfinder? Gibts die überhaupt noch? Ja, es gibt sie. Mitten in der Stadt, in Ottensen. Das Quartier der „Nordlichter“ ist in der Ottenser Haupstraße. Das Wochenblatt hat sich dort mit Carlotta (12), Gruppenleiterin Paikea (15) und Gruppenleiter Linus (15) getroffen.
Knap 100 Pfadfinder sind zwischen Othmarschen und St. Pauli in acht, nach Mädchen und Jungen getrennten Gruppen organisiert. Carlotta hat im Hort einen Aushang gesehen, als sie acht Jahre alt war - seitdem ist sie dabei. Sie begeistern vor allem die Fahrten: „Vor allem die Großfahrten in den Sommerferien. Obwohl.... letztes Mal in Ungarn gab es sehr viele Mücken...“ lächelt sie.
Paikea hat ihre Gruppe, die Jüngsten waren zehn und elf Jahre alt, nach Polen geführt. Um Gruppenleiterin zu werden, musste sie eine richtige Ausbildung durchmachen. Hat Kasse, Recht, Geschichte pauken müssen und wie man Fahrten und Lager organisiert. Und zum Schluss gabs eine Prüfung. Warum lädt man sich das auf, wenn man doch schon den ganzen Tag in der Schule lernen muss? Linus antwortet: „Ich wollte so toll werden, wie ich meinen Gruppenleiter fand, und Wissen weitergeben.“
Linus sucht für eine Gruppe, die er neu aufbaut, noch min-destens zwei Jungen im Alter von acht bis elf Jahren. „Zwei sind schon dabei“, sagt er. Seine Gruppe wird sich immer donnerstags um 18 Uhr treffen. Und in den Ferien gehts auf Fahrt. Linus war 2008 in Lettland, 2009 in Italien, 2010 in der Slovakei und 2011 in Österreich. „So lernen wir selbstständig zurechtzukommen.“
Und die Eltern?Was sagen die dazu, dass ihre Kinder, „nur“ von einem 15-Jährigen begleitet, in der Welt herumreisen? Linus lacht: „Ja, das stimmt, die Eltern sind manchmal unsicher. Aber wir machen vorher einen Elternabend. Das was sie da hören, überzeugt die meisten.“
In der Schulzeit treffen sich die Nordlichter einmal die Woche in der Ottenser Haupstraße, spielen, kochen, basteln und lernen, ein Zelt auf- und abzubauen.
Carlotta geht aufs Gymnasium Allee, Paikea und Linus besuchen die Max-Brauer-Schule. Wie sieht es denn mit dem Image der Pfadfinder an den Schulen aus? „Ja, Pfadfinder sind oft als Ökos verpönt“, sagen sie. Paikea: „Die denken, wir sind ständig im Wald und kennen alle Bäume auswendig.“ Und Linus meint: „Wir sind ja nicht anders als die anderen – wir haben nur ein etwas anderes Hobby.“

Nordlicht
Der Pfadfinderbund Nordlicht will Mädchen und Jungen zu selbstständigen, toleranten und verantwortungsbewussten Menschen machen, die andere respektieren, hilfsbereit und kritikfähig sind und ihren Teil zum friedlichen Miteinander in einer Gemeinschaft beizutragen. Er ist weder konfessionell noch politisch gebunden.
Wer Nordlicht unterstützen will, kann das mit Geld oder Sachspenden tun. Gesucht werden für das Pfadfinderheim in Ottensen Kissen, Teppiche und Möbel. Über Rucksäcke freuen sich die Pfadfinder auch.
Eltern und Jungen zwischen acht und elf Jahren, die Genaueres über Linus und seine neue Gruppe wissen möchten, rufen S 0800 - 732 33 46 an oder erkundigen sich über info@pbnl.de CH
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.