Ottensen: Mehr Krippenplätze als Krippenkinder

In der Kita Ottenser Hauptstraße, die seit 25 Jahren von der Stadt betrieben wird, sind in diesem Sommer erstmalig mehrere Plätze frei geblieben. (Foto: jv)
Von Julia Vellguth. Deutschland braucht mehr Krippenplätze – doch in Ottensen gibt es schon jetzt mehr als genug davon. Erstmals in ihrer 25-jährigen Geschichte hat sogar die städtische Kita Ottenser Hauptstraße Betreuungsplätze für unter Dreijährige frei. Mussten Eltern früher ihre Kinder sofort nach der Geburt auf Wartelisten setzen, buhlen heute zahlreiche Krippen im Stadtteil um die Betreuung der Kleinsten im Alter von null bis drei Jahren.
„Die Nachfrage ist bei uns im letzten Jahr zurück gegangen“, erklärt Susanne Szillat, seit 13 Jahren Leiterin der Kita Ottenser Hauptstraße, in deren Krippe bis zu 38 Kinder betreut werden. Die 51-Jährige hat beobachtet: „In jedem Souterrainladen hat eine Krippe aufgemacht. Außerdem gibt es immer mehr Tagesmütterzu- sammenschlüsse.“ Dass die neuen Krippen – meist Elterninitiativen – ausgefallenes Programm wie Yoga, Englisch oder Klassik für Kleinkinder anbieten, hält Susanne Szillat jedoch für kurzlebige Modeerscheinungen.
Keine Probleme mit dem Nachwuchs hat die städtische Kita Die Eule, in der rund 160 Ottenser Kinder von acht Wochen bis zwölf Jahren betreut werden. Hier sind auch für 2012 bereits alle Krippenplätze vergeben. Eine Konkurrenz durch die Elterninitiativen sieht Kita-Leiterin Marlene Papies nicht: „Ich glaube, dass wirklich alle Kinder in Ottensen gut betreut werden. Aber Eltern müssen sehr genau prüfen, was sie für sich persönlich brauchen.“ Ottensen habe rund 40 Betreuungsanbieter, weiß die Kita-Leiterin.
Eine Herausforderung sieht Marlene Papies jedoch in der geplanten Hortreform. Ab 2013 soll die Hortbetreuung von Schulkindern nicht mehr außerhalb der Schulen, sondern an den Schulen selbst stattfinden. Um die Lücken zu schließen, die der Weggang der älteren Kinder hinterlässt, beginnen jetzt schon einige Kindergärten, zum Ausgleich Krippengruppen aufbauen. „Im Stadtteil werden 300 Kitaplätze frei. Das wird ein spannender Moment für alle Kitas.“
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