Noch schnell bei Rot Gas geben

1
Klar erkennbar: Die Ampel zeigt rot, der Autofahrer tritt aufs Gas. (Foto: rs)

Lessingtunnel: Zahlreiche Autofahrer ignorieren rote Ampel

von Reinhard Schwarz, Altona-Altstadt - Was tun, wenn die Ampel „Rot“ zeigt? Genau: Gas geben und noch schnell über die Kreuzung rasen. Dieser Devise folgen zahlreiche Autofahrer im Lessingtunnel. Allein von 14 bis 14.31 Uhr gab es am Testnachmittag insgesamt drei „Rotlicht-Sünder“. Ganz zu schweigen von den „Gelblicht-Rasern“, die routinemäßig das Gaspedal durchtreten, um noch schnell über die Kreuzung zu huschen.
Barnerstraße, kurz vor dem Lessingtunnel: Hier kommen die Autofahrer mit hohem Tempo in die Kurve, um in die Unterführung unter den Eisenbahngleisen einzumünden. Am Ende des Tunnels befindet sich ein Fußgängerüberweg. Wer als Fußgänger von der Präsident-Krahn-Straße kommt, muss sich vornüber nach links beugen, um zu gucken, ob dort noch „was“ angerast kommt. Zumal nicht nur Autofahrer, sondern auch viele Radler erfahrungsgemäß die Ampel ignorieren und mit hohem Tempo durch den Tunnel Richtung Max-Brauer-Allee rasen.
„Der Lessingtunnel war uns als Problem bisher nicht bekannt, sonst hätten wir Maßnahmen eingeleitet“, erklärte Jürgen Meß, zuständiger Sachbearbeiter für verkehrsbehördliche Angelegenheiten im Polizeikommissariat (PK) 21. Die Maßnahmen: „Das wäre eine Rotlichtüberwachung mit Personal, entsprechende Verstöße werden zur Anzeige gebracht.“
Die Polizei werde dort aktiv, „wo wir eine Beschwerdelage haben“, so Meß. Doch die liege hier eben nicht vor. Bürger beschweren sich offenbar nicht.
Bereits in 2012 hatte sich die rot-grüne Koalition in der Bezirksversammlung des Themas Lessingtunnel angenommen. Der Tenor: „Zu dunkel, zu nass, laut und dreckig.“ Die Forderungen von SPD und Grünen zielen auf Verbesserungen für die Radfahrer. Beide Parteien fordern je einen Radstreifen auf beiden Seiten des Tunnels. Derzeit können Autofahrer pro Richtung jeweils zweispurig durch den Tunnel rasen, todesmutige Radler zwängen sich dazwischen.

Info: Geldstrafen, Punkte, Fahrverbot
Wie teuer ist es, die rote Ampel zu ignoriren?
Bei Rot über die Ampel – das kann teuer werden. Ab 90 Euro und drei Punkte in Flensburg kostet eine Rotlicht-Fahrt, sofern das Rot gerade mal eine Sekunde leuchtete. „Mit Gefährdung“ wird’s teurer: 200 Euro und vier Punkte plus einen Monat Fahrverbot. Bei „Sachbeschädigung“: 240 Euro, vier Punkte, einen Monat Fahrverbot.
Leuchtete die Rotampel schon länger als eine Sekunde, wird’s noch mal teurer: 200 Euro, vier Punkte und ein Monat Fahrverbot. Mit Gefährdung: 320 Euro, vier Punkte, ein Monat Fahrverbot. Mit Sachbeschädigung: 360 Euro, vier Punkte, ein Monat Fahrverbot.
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
2 Kommentare
27
Arne Broders aus Altona | 16.01.2013 | 09:41  
7
Stephan Brech aus Altona | 19.01.2013 | 11:45  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.