Nicht höflich gewesen - Konto gekündigt

Heinz Mann bekam nach seinem Rausschmiss bei der Norisbank ohne Probleme ein neues Konto bei der Haspa.

Norisbank schmeißt alten Kunden raus, weil er sich den Ton eines Bank-Mitarbeiters verbietet

Wurde Heinz Mann (63) das Konto bei der Norisbank nach 21 Jahren gekündigt, nur weil er sich gegen die Unterstellungen eines Mitarbeiters gewehrt hat?
Es war ein warmer Morgen im Juli, kurz nach 9 Uhr morgens, als Hobbyfotograf Heinz Mann mit dem Fahrrad am Spritzenplatz eintraf, um dort zu fotografieren. Danach wartete er darauf, dass die Norisbank in der Ottenser Haupstraße aufmachte und genehmigte sich in der Zwischenzeit ein Bier. Als um 10 Uhr die Bank geöffnet wurde, ging er in die Filiale, er hat sein Konto dort. „Da wurde ich von einem jungen Schnösel, der vom Alter her mein Sohn hätte sein können, angeraunzt: ‘Die Bierdose bringen Sie bitte raus!’“.
Heinz Mann gehorchte, trug sein Bier zu seinem Fahrrad, stellte die Dose dort ab und ging wieder in die Bank. Dort knöpfte er sich den jungen Mann vor: „Ich hab ihm gesagt, ich verbitte mir seinen unverschämten Ton.“ Darauf sei die Antwort gewesen: „Ich bediene Sie nicht, Sie sind betrunken.“ Worauf Mann sich hinreißen ließ zu fragen: „Sag mal, bist du nicht ganz dicht?!“
christiane handke, ottensen
VierzehnTage später hatte ich die Kündigung zum 2. September im Briefkasten. Mein Konto ist in Ordnung, ich bin seit 21 Jahren Kunde!“ Das Schreiben ist kurz und knapp: „Aufgrund unserer (...) Allgemeinen Geschäftsbedingungen haben wir das Recht, die gesamte Geschäftsverbindung mit Ihnen jederzeit zu kündigen. Hiervon machen wir Gebrauch.“
Nachgefragt bei der Pressesprecherin der Norisbank, Dr. Anja Zerbin: Die bestätigt den Vorfall. Aber auf die Frage, weshalb man Heinz Mann gekündigt habe, zieht sie sich auf den Paragraphen 19(1) AGB zurück, nach dem ein Konto ohne Angabe von Gründen gekündigt werden darf.
Wie würden andere Geldinstitute einen Kunden behandeln, der mit einem Bier in die Filiale kommt? Und kündigen sie das Konto, wenn er Bankmitarbeiter anpampt? Das Wochenblatt fragt bei der Haspa nach, wo Heinz Mann jetzt sein Konto hat. Pressesprecher André Grunert lacht verblüfft auf: „Nein, wegen sowas kündigen wir nicht. Da muss es schon zu massiven Bedrohungen kommen. Und man darf auch mit einer Bierdose in der Hand an den Schalter kommen.“
Ralf Palm, Sprecher der Postbank, meint dagegen vorsichtig: „Die Beziehung Kunde-Bank ist ein Vertrauensverhältnis; in bestimmten Fällen kann das gestört sein, dann muss man sehen, ob man sich trennt. Das wird im Einzelfall geprüft.“
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1 Kommentar
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Klaus Leimann aus Eimsbüttel | 30.10.2011 | 22:08  
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