Neuer Standort für Altona 93

Umzug nach über 100 Jahren: Dirk Barthel, Vorsitzender von Altona 93, präsentiert die Neubaupläne für die Memellandallee.

Traditionsclub soll sich eine Fläche mit Union 03 teilen

Von Ch. von Savigny.
Bessere Angebote wird’s nicht geben. Man werde in absehbarer Zeit „kaum eine andere Möglichkeit“ finden, sagte Bezirksamtsleiterin Liane Melzer anlässlich der Vorstellung der Umzugspläne von Altona 93. „Daher hoffen wir, dass die Vereins-mitglieder das auch zu würdigen wissen!“
Es wird also für Altonas Traditionsclub bei der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung um sehr viel gehen – nämlich um den Umzug der ruhmreichen Adolf-Jäger-Kampfbahn an einen neuen Standort. An der Memellandallee soll nach den Plänen des Bezirksamtes ein neues Stadion für den Verein entstehen, da die alte Sportstätte an der Griegstraße marode und die Fläche bereits für Wohnungsbau vorgesehen ist. Das neue Areal gleich hinter dem Paketpostamt würde sich Altona 93 mit dem Sportverein Union 03 teilen. Bezirksverwaltung, -politik und beteiligte Vereine hatten dem Projekt gemeinsam den Weg geebnet. Was noch fehlt, ist die Zustimmung von mindestens drei Vierteln der rund 600 Altona-93-Mitglieder – denn so will es die Vereinssatzung. Clubchef Dirk Barthel zeigte sich jedoch guten Mutes: „Da der Umzug nicht nur die letzte Chance auf den Erhalt des Ligabetriebs, sondern auch der sportlichen Perspektiven bedeutet, geht der Vorstand von einer breiten Zustimmung aus.“
Altona 93 hatte sein 1909 erbautes Stadion inklusive Vereinsgelände bereits vor acht Jahren für rund elf Millionen Euro verkauft. Als Bedingung war damals vereinbart worden, dass der Club im Gegenzug eine geeignete Fläche für einen Neubau erhält. An der Memellandallee wird dieser Plan jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit umgesetzt: Wenn alles glattgeht, könnten die Fußballer schon in der Saison 2016/2017 im neuen Stadion auflaufen. Als Ersatz erhält Union neue Kunstrasen- sowie Tennisplätze. Sämtliche Anlagen sollen mit Flutlichtbeleuchtung ausgestattet werden. Mit dem VSK Blau-Weiss Ellas und dem Gehörlosenverein würden zudem zwei weitere ansässige Clubs von der Modernisierung profitieren.
In Teilen der Fanszene ist der geplante Umzug dennoch umstritten. Grund: Das alte Gelände sei seinerzeit zu einem „lächerlichen“ Preis verkauft worden, so ein kritischer Forumsbeitrag. Außerdem gilt die Griegstraße als eng mit dem Club und seiner einstigen Stürmerlegende Adolf Jäger (aktive Zeit: 1907 bis 1927) verbunden. Ob auch das neue Stadion dessen Namen tragen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt.
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2 Kommentare
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Andreas Bernau aus Altona | 09.04.2015 | 06:46  
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Christiane Handke-Schuller aus Altona | 09.04.2015 | 07:43  
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