Neubauklotz am Spritzenplatz?

Bisher ist die Ecke am Spritzenplatz zweigeschossig bebaut. Ein Investor hat den ganzen Block gekauft und plant jetzt Neues. 18 Meter hoch und fünfgeschossig - so sieht eine erste Planskizze für den Neubau an der Ottenser Hauptstraße, Ecke Spritzenplatz, aus. (Foto: pr)

Geplant: fünf Geschosse, 18 Meter hoch – Betroffen: Hamburgs ältestes Eiscafé Venezia, Friseur FON, Telekom

Von Reinhard Schwarz.
Aus vier mach eins: Ein Investor plant an der Ecke Ottenser Hauptstraße / Spitzenplatz einen Neubau. Nach Informationen des Wochenblatts sollen die dort bestehenden vier Altbauten abgerissen werden. Das Bezirksamt Altona bestätigte die Neubaupläne: „Am 24. September wurde ein Vorbescheidsantrag eingereicht. Er befindet sich in Prüfung“, erklärte Bezirksamtssprecher Martin Roehl. Derzeit stehen an der Ecke, direkt am Spritzenplatz drei zweigeschossige Altbauten, sie sollen – das geht aus einem ersten Entwurf hervor – durch einen fünfgeschossigen Neubau ersetzt werden.
Zu den Häusern, die abgerissen werden sollen, gehört auch das eingeschossige Eiscafé Venezia, das 2013 sein 100-jähriges Bestehen feierte. „Wir haben bisher keine Information, dass das Haus verkauft wurde“, sagt Ahmed Zia Rana, der das Café in fünfter Generation führt. „Allerdings hat uns der jetzige Eigentümer versprochen, dass wir hier bleiben können, falls es einen Neubau geben sollte.“ Wer aktuell Eigentümer des Eckgrundstücks Ottenser Hauptstraße 23/25 ist, wollte Rana aber nicht verraten. Er sorgt sich jetzt darum, ob bei einem 18 Meter hohen Neubau der Sommergarten des Cafés im bisher idyllischen Hinterhof noch genügend Licht bekommen würde.
Was aus dem Eiscafé wird, ist unklar. Laut Bezirksamt „ist das Vorhaben den Mietern bekannt. Der Antragsteller versucht für das italienische Eis-café innerhalb des geplanten Neubaus Flächen vorzuhalten“. Die Mietverträge würden „innerhalb der nächsten zwei Jahre auslaufen“, so Bezirksamtssprecher Roehl. Kommunalpolitiker wollten sich zu dem Vorhaben nicht äußern, so lange es im Bauausschuss noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt wird. Klar ist aber, dass die Neubaupläne in der „guten Stube“ der Ottensener für einigen Wirbel sorgen werden, denn damit würde sich das Gesicht das Stadtteils an einer exponierten Stelle drastisch verändern.
Der halb dörfliche, halb kleinstädtische Charakter Ottensens wäre damit erneut massiv in Frage gestellt.
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