Neben dem UCI-Kino: Nettes Wohnen oder Slum?

Um diese Fläche dreht sich der Streit zwischen Politik und Verwaltung: Passen hier 300 Wohnungen hin? Im Hintergrund das UCI-Kino-Gebäude.
 
So hoch wie die Häuser im Norden des Geländes sollen in etwa auch die Wohnungsbauten neben dem UCI-Kino werden.

Gewerbe-Brache soll sich in neues Kino-Quartier verwandeln –
Altonas Verwaltung ist dagegen

Othmarschen /Bahrenfeld. Die Gegend um die Autobahnauffahrt Othmarschen Richtung Norden ist eine öde, unbelebte Ecke: der graue Block des UCI-Kinos, das Parkhaus, der Lidl. Dazwischen matschige Brachflächen, die seit über einem Jahrzehnt darauf warten, dass sich Gewerbebetriebe darauf ansiedeln. Nur: Niemand beißt an. Deswegen hat die Politik in Altona beschlossen: Der B-Plan wird geändert, Wohnungen müssen her. 1.200 sind rund ums UCI geplant. Mit 900 geht alles klar. Doch wegen der restlichen 300 gibt es Streit.
Politik und Verwaltung werden sich nicht einig. Die Folge: Die Entwicklung stockt seit Monaten. Es ist die eingezäunte Wiese an der Behringstraße neben dem UCI, an der sich die Geister scheiden. Investor FPC will dort einen Mix aus frei finanzierten und Sozialwohnungen hinstellen. Der Anteil an Sozialwohnungen ist hoch: 30 Prozent. Die Saga soll sie bauen.
Die Politik in Altona freut sich quer durch die Fraktionen: Endlich ein Ort, an dem wirklich preiswerter Mietwohnungsbau entstehen kann. Doch das Altonaer Baudezernat stellt sich quer. Oder stellt es sich schützend vor die zukünftigen Mieter? Denn die Verwaltung meint: Das wird alles viel zu eng, zu dunkel, zu hoch. In den obersten Etagen des Altonaer Baudezernats soll sogar von drohender „Verslumung“ gesprochen sein worden.
Dazu die Sprecherin des Bezirksamts, Kerstin Godenschwege:„Im Fokus der Stadtplaner stehen natürlich immer gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse.“
Jedenfalls weigert sich das Bezirksamt, die erforderlichen Genehmigungen zu erteilen. Das kann es, weil das Gelände (noch) nicht als Wohngebiet ausgewiesen ist.
Die Politik kann die Argumente der Verwaltung nicht nachvollziehen: Die Neubauten sollen knapp niedriger werden als das UCI und nicht enger zusammenstehen als anderswo in der Stadt. Jetzt hat die Politik zur Unterstützung den Senat angerufen.
Der Investor FPC, vertreten durch den geschäftsführenden Gesellschafter André Neumann, zum Wochenblatt: „Wir haben aufgrund der Wohnungsbauoffensive von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz vollstes Vertrauen in die Politik.“

Das soll entstehen:
1.200 Wohnungen sollen rund ums UCI-Kino gebaut werden: 650 nördlich der Jürgen Töpfer Straße sind schon so gut wie sicher, 200 südöstlich von Lidl sind in der ersten Planungsphase, Streit gibt es um die 300 geplanten Wohnungen direkt neben dem UCI-Gebäude an der Behringstraße. Sämtliche Häuser würden etwa so hoch wie das Neubauquartier des Altonaer Spar- und Bauvereins, das sich im Norden anschließt. Fünf- bis sechs Geschosse sind angedacht, kein Gebäude wird höher als das UCI. Dazu kommen Läden zur Nahversorgung.

Ihre Meinung ist gefragt:
Sechsgeschossige Wohnhäuser an der Behringstraße? So nah an der Autobahn? Auch wenn die Lärmwände kommen oder sogar der lange A7-Deckel: Das ist zu laut, zu eng, zu hoch! Und entspricht nicht den heutigen Wohn-Maßstäben.
Ist das Ihre Meinung?
Oder diese:
Hamburg hat nur wenig Platz, und bezahlbare Wohnungen sind Mangelware. Da sollte man bauen, wo und wenn die Chance sich auftut, preiswerte Mietwohnungen zu errichten, auch wenn die Lage nicht 1A ist. Ich könnte mir vorstellen, da zu wohnen - schließlich ist die Adresse zwischen Othmarschen, Bahrenfeld und Ottensen nicht die schlechteste!
Schreiben oder mailen Sie unter dem Stichwort „Neubauwohnungen“ an die Wochenblatt Redaktion, Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg oder an post@wochenblatt-redaktion.de oder schicken Sie einen Kommentar über www.elbe-wochenblatt.de
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