Nächste Post macht dicht – unrentabel!

Ihre Tage sind gezählt: Die Postbank in der Detlev-Bremer-Straße macht Ende Dezember dicht. Die von St. Pauli aus nächsten Filialen befinden sich in der Altonaer Poststraße und am Neuen Wall (Entfernung: jeweils rund zwei Kilometer). Foto: cvs

Post schließt Filiale in der Detlev-Bremer-Straße, weil nicht mehr genug Kunden kommen

Ch. v. Savigny, St. PauliEin Werktagnachmittag vor der Postbank-Filiale in der Detlev-Bremer-Straße: Kunden bringen Päckchen und Pakete, andere kaufen Briefmarken oder ziehen Geld am Automaten. Doch damit ist aller Voraussicht nach Ende des Jahres Schluss: Der Betreiber, die Deutsche Postbank AG, will seine Geschäftsstelle auf St. Pauli zum 31. Dezember schließen.
Für manchen Kunden ein schwerer Schock: „Ich komme oft auf dem Weg zur Arbeit hier vorbei“, sagt Ibrahim Samanci. „Der Service war immer sehr gut. Ich fände es besser, wenn die Filiale hierbleiben würde.“
Bereits zu Jahresbeginn hatte das Elbe Wochenblatt über die Aufgabe einer Filiale in Ottensen berichtet. Damals wie heute der gleiche Grund: fehlende Wirtschaftlichkeit. Laut Unternehmensauskunft lohnt der Betrieb nicht mehr. „Wie schon in der Vergangenheit prüft die Postbank regelmäßig die Zusammenlegung von Filialen in Ballungszentren“, sagt Sprecher Ralf Palm. „Ziel ist es, dass wir unser Dienstleistungsangebot dauerhaft wirtschaftlich anbieten.“ Die betroffenen Mitarbeiter will das Unternehmen künftig in einer anderen Niederlassung einsetzen.

Bankgeschäfte gehören nicht zur Grundversorgung

Was die Postbank offiziell mit „Zusammenlegung“ bezeichnet, bedeutet allerdings nur, dass eine Geschäftsstelle geschlossen wird und eine andere – in diesem Fall im Heußweg (Eimsbüttel) – nicht. Aber die Verantwortlichen wollen sich auch um Ersatz kümmern: „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Betreiber für eine Partnerfiliale in der unmittelbaren Umgebung“, sagt Maike Wintjen, Sprecherin der Deutschen Post. Termin oder Adresse seien noch nicht bekannt. Allerdings werde es keine mit Bankdienstleistungen sein. „Das gehört nicht zum Anrecht auf Grundversorgung“, so Wintjen.
In Hamburg gibt es noch etwa 30 Postbankfilialen. Das Unternehmen ist beliebt wegen seines dichten Netzes an Geldautomaten und wegen der Öffnungszeiten auch am Sonnabend. Die Schuld am Filialsterben tragen wohl auch die Kunden selbst: Immer mehr heben ihr Geld am Automaten ab oder nutzen Online- und Telefonbanking.
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