Nachtrag: Der Weihnachtsmann auf Besuch in der ZEA Schnackenburgallee

  Der Papa Noël (Weihnachtsmann) auf Besuch bei den Kindern in der Flüchtlingsunterkunft ZEA (Zentrale Erst Aufnahme) Schnackenburgallee in Altona am 10.12.2015


Seit nunmehr fast 10 Jahren betreue und beglücke ich die Hamburger Kinder als Weihnachtsmann. Diese Aufgabe hatte ich damals von einem Freund übernommen, der diese nicht mehr übernehmen konnte.
Da ich wie jeder Bürger in diesem Land vom Thema der Flüchtlingskrise betroffen bin, ist mir die Idee gekommen, als Weihnachtsmann die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft der ZEA (Zentrale Erst Aufnahme) in der Schnackenburgallee Hamburg Bahrenfeld zu besuchen. So habe ich Kontakt mit einer Sozialbetreuerin des städtischen Betreibers Fördern und Wohnen aufgenommen. Sie fand meine Initiative ganz gut und gerade passend, da zufälligerweise am nächsten Tag eine Geschenkübergabe für die Kinder der Einrichtung geplant war. So hab ich mich auf dem Weg gemacht und die ZEA aufgesucht.
Diese Unterkunft liegt dicht unter der Autobahn A7 gegenüber der Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor und nicht weit vom Volkspark Stadion entfernt. Man kann sich leicht vorstellen, wie lärmig und unattraktiv die Umgebung ist. Darüber hinaus ist die Einrichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln mehr schlecht als recht zu erreichen. Ein Weg neben der A7 führt zum Eingang, der mit Gitter versperrt ist und von Sicherheitspersonal bewacht wird, damit kein Unbefugter dort Zutritt bekommt.
Als ich im Weihnachtsmann Outfit aus dem Container kam, wo ich mich umgezogen hatte, entdeckten mich sogleich einige Kinder und schrieen ganz laut „Papa Noël“ (der französische Name dafür). Da viele Kinder aus Syrien und Irak stammen, kennen sie auch christliche Traditionen und Feiertage, die mit dem Weihnachtsfest zusammen hängen, da auch Christen in diesen Ländern leben. Somit sind schnell alle Kinder auf mich aufmerksam geworden. Ich habe mich von der Freude dieser Kinder treiben lassen, sodass ich die Gelegenheit hatte als „Papa Noël“ mit einem Rundgang die Einrichtung zu entdecken. Diese besteht aus einem beheizten Zeltlager für die Neuzugänge und vielen aufeinander gestapelten Containern in denen 2 Personen wohnen können. Während diesem Parcours brüllten die Kinder „Papa Noël“. Offensichtlich haben sie sich mächtig über meinen Besuch gefreut. Viele Bilder vom „Papa Noël“ wurden von den anderen Bewohnern auf Ihren Handys aufgenommen und in Ihre Heimat zu Ihren Lieben gesendet. Ich hatte eigentlich nicht mit solch einer Begeisterung gerechnet. Danach habe die Kinder zur Geschenkübergabe in einer Lagerhalle begleitet, dabei sind wir in einem Kindertross ca. 15 Minuten den Bornkampsweg entlang gegangen und dann beladen mit Geschenken wieder zurück in die Einrichtung gekommen.
So hatte ich einen ungewöhnlichen Einblick in die Welt der Flüchtlingsunterkünfte. Dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben, weil ich insbesondere die Gelegenheit hatte, den Alltag der Flüchtlingskinder ein wenig aufheitern zu können. Mich hat deren Schicksal hautnah berührt und ich habe mir dabei viele Gedanken über dieses Thema gemacht.
Als Erstes habe ich beschlossen soweit wie möglich im nächsten Jahr erneut als „Papa Noël“ die Kinder der ZEA Schnackenburgalllee zu besuchen und somit zumindest meinen bescheidenen Beitrag für die Flüchtlingskinder zu erbringen.



Patrick Albert Pfohl


Hamburg, 5. Februar 2016
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