Nachbarn über Neubau: Brutaler Wohnklotz

Die Initiative Alte Königstraße: Am liebsten wollen die Anwohner die kleine Grünfläche behalten, wie sie ist. Wenn gebaut werden muss, fordern sie mehr Rücksicht auf das umgebende Stadtbild. Und sie möchten in die Entscheidungen eingebunden werden.

Anwohner besorgt über Bau eines Studentenwohnheims an der Alten Königstraße.

Sie nehmen kein Blatt vor den Mund. Das an der Adresse Alte Königstraße 2 geplante Studentenwohnheim nennen sie „eine Verarschung von Verstand und Geschmack“. Aber der Protest der Anwohnerinitiative "Alte Königstraße" verpufft. Der Neubau ist genehmigt.
Worum gehts? Um eine Grünfläche von 815 Quadratmetern zwischen den Straßen Königstraße und Alte Königstraße. Auf dieser soll ein Gebäude, sechsgeschossig, 18 Meter hoch, 39 Meter lang, mit 57 öffentlich geförderten Studenten-Miniappartements entstehen. Dafür müssen drei Zierkirschen gefällt werden.
Was bemängelt die Anwohnerinitiative im Einzelnen?
1. Die Ini protestiert gegen eine „ungeheure Baumasse“ im Vergleich zu dem relativ kleinen Grundstück. „Eine Belegung mit 75 Personen in einem Wohnklotz ohne Mindestmaß an freiem Boden drumherum erscheint uns brutal, unpassend und fehlgeplant.“
2. Dass sich das neue Gebäude nicht in das Stadtbild einfügt. Die alte Königstraße ist von liebevoll sanierten Altbauten geprägt. Der Neubau, so die Ini „ verunziert unsere Straße.“
3. Dass Fahrradstellplätze und Parkplätze wegfallen anstatt aufgestockt zu werden, sich angeblich mit der Verkehrsproblematik gar nicht beschäftigt worden sei.
4. Dass der Neubau durch Reflexion der Schallwellen den Verkehrslärm wie durch einen Trichter in die Alte Königstraße spülen wird.
Wie ist der Stand der Dinge?
Baugenehmigung ist erteilt.
Was wünscht sich die Ini? Am liebsten: Alles soll bleiben, wie es ist. Wenn gebaut wird, dann mit mehr Rücksicht auf das umgebende Stadtbild.
Kann die Initiative noch etwas erreichen? Nein.
Was wirft die Ini der Politik vor? Alle Fraktionen hätten gesagt, sie würden mit der Ini in Kontakt treten, kein Politiker habe sich gemeldet.
Was sagt die Politik dazu? „Nie eine Einladung zu einem Gespräch erhalten“ (Uwe Szczesny, CDU), man erinnert sich nicht oder nur dumpf („da war mal was“) an einen Auftritt der Ini ( Robert Jarowoy, Linke, Gesche Boehlich, Grüne, Gregor Werner, SPD). Jarowoy will den Kontakt zur Initiative jetzt suchen. Lorenz Flemming von der FDP: „Ja, ich habe ein Schreiben bekommen, werde mich in Verbindung setzen.“
Wie steht die Politik zum Neubau?
Mehrheitlich dafür. Mit dem Neubau werde eine schwierig zu bebauende Baulücke geschlossen und dringend benötigter Wohnraum für Studenten geschaffen.
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