Nach der Rettung wird 2017 wieder getanzt

Wird wieder aufgebaut: Ein brüchiges Häuschen am Tor zur Welt. Foto: Asfaw
Hamburg: Golden Pudel Club |

Aufatmen am Hafenrand: Golden Pudel Club macht weiter

Von Niat Asfaw. Die Hamburger Subkultur kann aufatmen. Der Konflikt der Eigentümer des Hamburger Golden Pudel Clubs scheint endlich gelöst zu sein. Eine gemeinnützige Stiftung habe den Anteil des Miteigentümers Wolf Richter gekauft, teilte der Golden Pudel Club nun freudig auf ihrer Facebook-Seite mit. Zukünftig soll auch der Anteil des Musikers Rocko Schamoni in die Gemeinnützigkeit übergehen, sagte dessen Anwalt Martin Klingner.
Die unscheinbare Bretterbude im Stadtteil Altona-Alt-stadt, mit Blick auf Hafen und Fischmarkt, nutzt seit 1995 die Räumlichkeiten des Café Elbterrassen. Ursprünglich als Schmugglergefängnis erbaut, ahnte damals noch niemand, was für eine kulturelle Institution daraus werden würde.


Vom Schmugglergefängnis zur Hochburg der Subkultur


Lange Zeit war unklar, was mit dem Haus passieren sollte. Ein Brand Mitte Februar zerstörte das Dachgeschoss. Aber noch verheerender war der zwischen den beiden Eigentümern entbrannte Streit um das Weiterbestehen des Szenetreffs. Die Zwangsversteigerung drohte.
Die Gemeinde trauerte schon um den Verlust des Clubs, bis es schließlich in einer Mitteilung der Clubbetreiber hieß: „Hurrah und wuff - es ist vollbracht! Mit größter Freude, Herzrasen & Wahnwitz darf der Golden Pudel Club verkünden: Das mit ihm verwachsene Stückchen Erde, mit dem Namen St. Pauli Fischmarkt 27, konnte den hitzigen Klauen einer drohenden Zwangsversteigerung entrissen werden!“
Richters Anteil sei gekauft worden und könne nun „in eine Gemeinnützigkeit“ überführt werden.
Für viele ist das verkommen aussehende Gebäude mehr als nur ein Club. Ein Ort um Raum und Zeit zu vergessen. Hinter den morschen Türen wartet hier Tag und Nacht das Ungewöhnliche. Unscheinbar. Und widerständig. Ein einzigartiges Refugium für die Hamburger Freigeister, das durch seine Bekanntheit nationale und internationale Untergrundkünstler anlockte. Ein magischer Fleck Erde in mitten des so vielschichtigem St. Pauli, der nun doch erhalten bleibt.


Wie geht’s weiter?

Wie und wann im legendären Golden Pudel Club wieder getanzt werden kann, wird von den Betreibern mit einem vorsichtigen „im nächsten Jahr“ beantwortet.
Die längere Wartezeit wird den Pudel-Anhängern an anderen Orten versüßt: Im Ballsaal des Uebel & Gefährlich im Feldstraßenbunker fand kürzlich die Solidaritätsparty „10 Years Gatto Musculoso“ Party statt, deren Erlös komplett an den Golden Pudel ging. Und die nächste Sause dieser Art in einem Hamburger Club wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.
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