Nach 68 Jahren: Kriegslücke wird geschlossen

Schon Geschichte: Die einstöckigen Behelfsbauten an der Bahrenfelder Straße 184-192 vor dem Abriss. Geplant sind dort 28 Wohnungen und vier Geschäfte, darunter der dann vergrößerte Aldi-Markt und der Waschsalon.

Behelfsbauten in der Bahrenfelder Straße wurden abgerissen.

Von Reinhard Schwarz.
Sie gehörten zum Stadtbild im Osterkirchenviertel: Die eingeschossigen Behelfsbauten an der Bahrenfelder Straße 184-192. Nun wurden sie abgerissen. Bisher waren dort ein Aldi-Markt und ein Waschsalon untergebracht. Ein Kiosk, eine Pizzeria und eine Bäckerei hatten schon vor circa zwei Jahren dicht gemacht. Seitdem verkam das Ensemble zusehends, wurde von wilden Plakatierern genutzt. „Auf den Abriss folgt die Kampfmittelsondierung, das dauert einige Wochen, dann beginnen die Erdarbeiten“, erklärte Karl Schulte-Hubbert, Geschäftsführer der Immobilienfirma Schulte-Hubbert.
Der Aldi-Markt soll später auf einer dann größeren Fläche wieder einziehen. Auch der Waschsalon, derzeit in einem Ausweichquartier, soll an derselben Stelle wieder eröffnen. Zusätzlich entstehen auf dem Areal 28 Wohnungen sowie 81 Tiefgaragenplätze, unter anderem auch für die zukünftigen Aldi-Kunden. Bisher gab es dort lediglich eine Tiefgarage mit fünf Parkplätzen, die über die Zeißstraße erreichbar waren.
Mit dem Neubau in der Bahrenfelder Straße werde ein Sanierungsziel für das dortige Osterkirchenviertel erreicht, nämlich „ein geschlossenes Stadtbild“, erklärte Altonas Baudezernent Reinhold Gütter: „Es war ein Sanierungsziel, dass die eingeschossigen Behelfsbauten verschwinden.“ Vor dem Krieg standen dort mehrstöckige Wohnhäuser. Wie hoch die waren, erkennt man heute noch an den Nachbarhäusern, die die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges überstanden haben. Die Neubebauung soll der Höhe dieser Altbauten angepasst werden.
Mit dem Neubaukomplex wird sich die Bahrenfelder Straße in diesem Gebiet weiter verändern, nachdem schon 2012 eine andere Lücke, die der Bombenkrieg in der Bahrenfelder Straße gerissen hatte, geschlossen wurde. „Mit dem Bauvorhaben sind wir hochzufrieden“, erklärte CDU-Planungsexperte Sven Hielscher, „zumal Wohnungen in Ottensen stark nachgefragt werden.“ Mark Classen (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, erklärte: „Es gibt einen massiven Trend ‚Zurück in die Stadt’, der sich auch in Ottensen zeigt.“ Diese „Reurbanisierung“ besitze eine „extreme Dynamik“. Classen: „Von daher ist es sinnvoll, diese untergenutzten Grundstücke wieder zu bebauen“.
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