Museumsschiff am Haken

Der 1922 gebaute, fast zehn Meter lange Segler musste dem Neubau eines Gastronomiebereichs weichen und kam vorläufig ins Zentraldepot der Stiftung Historische Museen.

Alter Gemüse-Ewer muss der geplanten Gastronomie des Altonaer Museums weichen.

reinhard schwarz, altona

Einst transportierte er Obst und Gemüse von den Vierlanden nach Hamburg. Seit den 1960er Jahren steht er an Land im Altonaer Museum. Nun musste der 1922 gebaute Gemüse-Ewer umziehen – vom Ankerhof des Altonaer Museums in ein Depot in Stellingen. Dort bleibt der 92 Jahre alte Segelkahn erst mal.
In einer spektakulären Aktion wurde der alte Segler von einem Kran von seinem Stammplatz im Ankerhof gehoben und auf einen Lkw-Anhänger platziert. Denn der Ankerhof hinter dem Museum soll zu einem gastronomischen Anziehungspunkt für die Besucher werden. Seit Schließung der alten Museumskate gab es keinen Ort mehr, um sich bei Getränken und Speisen innerhalb des Museums niederzulassen. Zukünftig sollen die Besucher am Ankerhof auch draußen sitzen können.
Kultursenatorin Barbara Kisseler sprach von „einem wichtigen Schritt nach vorne“. Ein Beschluss der Bürgerschaft habe es möglich gemacht, die nötigen Mittel in Höhe von 800.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Mit der Einrichtung einer Gastronomie öffne sich das Museum auch „in den Stadtteil hinein“. Museums-chef Hans-Jörg Czech wertete die vorläufige Auslagerung des Ewers als „einen wichtigen Schlüssel zum weiteren Ausbau des strukturellen und inhaltlichen Besucherangebots des Altonaer Museums“.
Nach den offiziellen Ansprachen ging es hinaus wo Speditionsmitarbeiter den Ewer zum Abtransport präpariert hatten. Zeitweilig schwebte der 1,5 Tonnen schwere Segler bedrohlich über den Gästen, wurde dann aber glücklich auf den Anhänger bugsiert. Das „Flachbodenschiff“ war noch in den 1950er Jahren in Betrieb, erläuterte Czech. „Es ist eines der letzten seiner Art, die Waren wurden teilweise vom Ewer direkt verkauft.“
Vor rund vier Jahren war noch unter dem schwarz-grünen Senat geplant gewesen, das Museum aus Kostengründen zu schließen. Das wollten sich die Altonaer nicht bieten lassen. Sie gründeten die Volksinitiative „Altonaer Museum bleibt!“, die schließlich erfolgreich war. Der 2011 neu gebildete SPD-Senat sprach sich für den Erhalt des Museums aus.
Wo genau der alte Ewer nach dem Einbau der Gastronomie in 2015/2016 hinkommt, sei noch unklar, hieß es.
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