„Muckeliges“ Kindertheater

Theater aus Leidenschaft: „Ich bin glücklich, der Prinzipal dieses Theaters zu sein“, sagt Franz Breit. Fotos: cvs

Das Ottenser Hoftheater zeigt seit sieben Jahren Bühnenstücke für den Nachwuchs

Ch. v. Savigny, Ottensen
Wenn ein Theater noch nicht einmal ein Namensschild benötigt, dann will das etwas heißen: Das Hoftheater Ottensen, das seit sieben Jahren dem „Kindertheater Wackelzahn“ eine Bühne bietet, liegt gut versteckt in einem Hinterhof der Abbéstraße. Barocke Sitzmöbel, funkelnde Kronleuchter und dunkel gemusterte Tapeten erwarten den Besucher im Foyer. Der Theatersaal ist mit roten Samtstühlen und -bänken möbliert.

„Es muss prall und knallbunt sein“, so Breit.

„Schön muckelig“ muss es sein, findet Theaterleiter Franz Breit. Damit sich jeder wohlfühle und die Stücke auch gut ‘rüberkämen. Nein, Werbung brauche das kleine Theater mit 70 Sitzplätzen im Prinzip gar nicht. „Wir haben 17.000 Zuschauer pro Jahr – das bedeutet eine Auslastung von 95 Prozent“, berichtet Breit und begleitet seine Aussage mit einem freundlichen Lächeln.
Gespielt wird aktuell ein Märchen der Gebrüder Grimm: „Das tapfere Schneiderlein“ (siehe unten). Angesprochen sind Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren mit ihren Eltern oder Großeltern. „Unterhaltung pur“, verspricht Breit seinen Besuchern. „Es muss prall und knallbunt sein.“
Dafür probt der der Theaterleiter, der auch die Regie übernimmt, mit seinem kleinen Ensemble so lange, bis die jeweilige Szene endlich sitzt. „Das geht alles nur mit viel Idealismus und Begeisterung“, sagt Breit, der nach eigenen Angaben durchschnittlich zwölf Stunden pro Tag für seine Bühne da ist. Ihm zur Seite steht Ex-Schauspieler Jan Radermacher, der nicht nur die Stücke verfasst, sondern auch das Bühnenbild kreiert und die Musik dazu komponiert. „Ein Multitalent“, sagt Breit über seinen vielseitig begabten Kompagnon.
Einen wichtigen Teil des Wackelzahn-Programms nimmt das Schultheater ein: Pädagogische Stücke mit Titeln wie „Ich wehr' mich!“ werden extra für Schulklassen vormittags angesetzt, dazu bekommen die Schulen Mappen mit entsprechendem Unterrichtsmaterial. Auch englischsprachige Dramen („The Canterville Ghost“) laufen. Seit drei Jahren wird das Hoftheater von der Hamburger Kulturbehörde unterstützt.
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