Mord an Süleyman Tasköprü 2001 - Vorwürfe an Ermittler

Kazim Abaci, Geschäftsführer vom Verein Unternehmer ohne Grenzen legte am Bild des NSU-Opfers Süleyman Tasköprü Blumen nieder. Er prangerte den alltäglichen Rassismus in der Gesellschaft an.

Migrantenorganisationen und Rechtsanwältin der Familie klagen an.

Von Aimée Polzin.
Gedenkveranstaltung in der Schützenstraße: 2001 wurde dort der türkische Gemüsehändler und Familienvater Süleyman Tasköprü (31) ermordet. Täter waren die Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Tasköprü war das dritte Opfer der beiden und das einzige in Hamburg.
Noch sechs weitere Menschen ausländischen Hintergrunds wurden von Böhnhardt und Mundlos in ganz Deutschland ermordet. Anlässlich der Täteridentifizierung vor einem Jahr sprachen nun Vertreter von Migrantenorganisationen darüber, wie enttäuscht sie seien, dass der Fall nicht rückhaltlos aufgearbeitet wurde und forderten Konsequenzen.
Gül Pinar, Anwältin der Familie von Tasköprü, stellte klar: „Wir haben kein Vertrauen in die Aufklärungsarbeit.“ Während der Veranstaltung wurde eine Karikatur erstellt, die die Ermittlungsarbeit der Justiz kritisierte. Uwe Grund, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg sprach aus, was viele meinten: „Der demokratische Rechtsstaat hat versagt.“
Kazim Abaci, Geschäftsführer vom Verein Unternehmer ohne Grenzen forderte: „Die Polizei sollte eine verstärkte und verbesserte Aufklärungsarbeit hinsichtlich des alltäglichen Rassismus aufnehmen.“ Auch über ein Verbot der NPD wurde diskutiert.
Die Veranstaltung, die unter dem Leitgedanken: „Vernichtet und vergessen“ stand, endete mit Blumenniederlegungen vor Süleyman Tasköprüs Bild. Abaci: „Ein Gedenkstein ist nicht ausreichend.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.