Moorburgtrasse durch Othmarschen und Flottbek

Der Hamburger Senat plant eine Fernwärmeleitung mitten durch
Othmarschen und Bahrenfeld. Dem Stadtteilen drohen jahrelange
Großbaustellen.
Warum diese Pläne?
Das Kohlekraftwerk in Wedel, dass den westlichen Teil des großen
Hamburger Fernwärmenetzes versorgt, ist über 50 Jahre alt, störanfällig
und und dreckig. Es muss möglichst bald stillgelegt werden.
Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) will die Wärme aus
Wedel v. a. durch zwei Komponenten ersetzen: Zum einen durch
Wärme aus der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm
(MVR). Die MVR versorgt bisher die Ölwerke Schindler mit
Prozesswärme und soll diese Wärmemenge in Zukunft ins Fernwärmenetz
einspeisen. Stattdessen soll das Kraftwerk Moorburg den
Industriebetrieb beliefern. Dafür müsste mehr Steinkohle verheizt
werden mit der Folge steigender Emissionen von CO2, Schwermetallen,
Feinstaub usw. Zum zweiten will die BUE die Abwärme
des Klärwerks Dradenau nutzen. Um im Winter auf die 130 Grad
Einspeisetemperatur des Fernwärmenetzes zu kommen, muss aber
aufwändig nach geheizt werden. Das ist teuer. Für diese Wärmeeinspeisungen
aus dem Süderelbebereich plant die BUE die neue
Wärmetrasse. Damit entstünde eine Verbindung zwischen dem
Steinkohlekraftwerk in Moorburg und dem – noch Vattenfall gehörenden
– Fernwärmenetz. Es liegt klar im Interesse Vattenfalls, das Fernwärmenetz
mit Wärme aus seinem Kohlekraftwerk zu beliefern. Es
entspräche nicht den Anforderungen des Klimaschutzes, denn die CO2-
Emissionen (und die von Schwermetallen, Feinstaub usw.) stiegen nochmal
drastisch an. Und es liegt auch nicht im Interessen der Fernwärmekunden,
die letztlich die geschätzten 150 - 200 Mio. Euro für die Trasse
bezahlen müssten.
Es gibt eine Alternative
Im Stellinger Moor gibt es große Flächen der Stadtreinigung Hamburg
(SRH) und von Hamburg Wasser. Mit gasbetriebenen Großmotoren,
einem mit Restholz und Stroh betriebenen Heizkraftwerk, großen solarthermischen
Anlagen und Anlagen der SRH zur energetischen Nutzung
biogener Abfälle (die dort ohnehin gebaut werden sollen) kann das
westliche Fernwärmenetz versorgt werden. Die Gasmotoren können ab
2030 auf Wasserstoff umgestellt werden, der mit überschüssigem Windstrom
hergestellt wird. Diese Lösung ist schneller umzusetzen und
deutlich billiger, weil keine Trasse gebaut werden muss. Sie ist auch
unterm Strich klimaverträglicher. Aber sie entspricht nicht dem Interesse
Vattenfalls.
Der Hamburger Energietisch (HET) und der Bund für Umwelt und
Naturschutz (BUND) laden Sie ein, sich über die Pläne des Senats zu
informieren. Vertreter von HET und BUND im Energienetzbeirat der
Behörde für Umwelt und Energie (BUE) werden die Pläne zum Bau der
Trasse und die Gründe für diese Pläne darstellen. Danach stehen sie für
Fragen und Diskussion zur Verfügung.
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