Molotow: Fettes Fördergeld, aber kein Zuhause

Trauriger Anblick: Das Molotow (ganz links) hat wie alle anderen Läden in diesem Abschnitt des Spielbudenplatzes geschlossen. Die Häuser sollen abgerissen werden, weil sie nicht mehr standfest sein sollen. Ironie des Schicksals: Gerade ist ein geplantes Kunstprojekt des Molotow von der Kulturbehörde mit 40.000 Euro gefördert worden.

500.000 Euro für die freie Szene - auch das „Molotow“ ist dabei.
Aber: Der Club hat seit der Räumung der Esso-Häuser keine Räume mehr.

Von Dominik Ritter, St. Pauli.
Die Kulturbehörde hat die freie künstlerische Szene Hamburgs mit 500.000 Euro aus dem Elbkulturfonds gefördert. Das ehrgeizige Projekt „Molotow Intim Festival“ ist der Hansestadt die stolze Summe von 40.000 Euro wert. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch der Kiezclub Molotow hat vor zwei Wochen urplötzlich seine Adresse verloren und steht nun ohne Räume da. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen.
Das von Fred Noel initiierte und für die Förderung eingereichte Projekt soll im Rahmen eines Festivals mit viel Musik Besuchern Einblick hinter die Kulissen des Molotows geben. Momentan gibt es aber weder Kulissen noch die Räume dahinter, da das Molotow zusammen mit weiteren Clubs, Läden und Wohnungen in den Esso-Häusern zwischen Spielbudenplatz und Kastanienallee Hals über Kopf evakuiert werden musste. Die Gebäude sind laut Statik-Gutachten nicht mehr standfest.
Das heißt im Fall Molotow: Die 40.000 Euro können erst dann für das geplante „Molotow Intim Festival“ eingesetzt werden, wenn das Molotow ein neuesZuhause gefunden hat.
Die Veranstalter können auch auf keinen anderen Ort zurückgreifen, da das Festival an die Räumlichkeiten des Molotows gebunden ist. Heißt: Ein neues Molotow muss her. Noch sei keine neue Lokation gefunden, so Fred Noel.
Auf die Frage des Elbe Wochenblattes antwortete Enno Isermann, Pressesprecher der Kulturbehörde, dass die 40.000 Euro bis spätestens 2015 eine Verwendung finden müssen.
Von der Kulturbehörde wird dem „Molotow“ zugesichert, bei Bedarf gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, damit die Preissumme nicht verfallen muss.

Gute Idee und heiße Tipps gesucht! Wer weiß, wo das Molotow neue Räume beziehen könnte, meldet sich bitte unter E-Mail: molotow@molotowclub.com

Insgesamt wählte die Jury sieben Projekte aus, die durch innovative und mutige Konzepte und einen hohen künstlerischen oder sozialkulturellen Anspruch überzeugten. „Mit ihrer überregionalen Strahlkraft sind es gerade die Projekte der Freien Szene, aus denen neue Impulse für die Kunst entstehen“, so Kultursenatorin Barbara Kisseler.
Die anderen ausgezeichneten Projekte: „Inverted Space“ des Kulturforums Süd-Nord erhielt 88.000 Euro, das Poplabor Hamburg 60.000 Euro. Mit 85.000 Euro wurde die öffentliche Gestaltungsberatur Hamburg St. Pauli gefördert. Das Projekt „If We Ruled the World“ wurde mit 64.000 Euro ausgezeichnet. 100.000 Euro erhält die Künstlerin Britta Peters für ihr Projekt „Kann die Kunst die Gesellschaft heilen?“. Das Konzept für „Das größte Hotel der Stadt - Hotel Hamburg - eine Stadt besucht sich selbst“ bekommt 63.000 Euro
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