Möbelverschenkaktion statt Kommerz, Verschwendung und Ausbeutung von Mensch und Mitwelt

Schenken macht Freude
"Das kann doch noch jemand gebrauchen" war ein ziemlich unkomplizierter Gedanke, als es den Sperrmüll noch gab. Man stellte die Möbel, für die man persönlich keine Verwendung mehr hatte, einfach auf die Straße und jemand anderes konnte sich direkt bedienen. Anlässlich der Eröffnung des ersten innenstädtischen Ikeas in Europa, erinnerten Aktive des Arbeitskreies Lokale Ökonomie in den frühen Morgenstunden an das nachhaltige System der Weiterverwertung, das an vielen Orten heute noch existiert. In Hamburg hat man es schon lange abgeschafft. Stattdessen macht die aus meiner Sicht unverdiente Umwelthauptstadt 2011 von sich reden, weil sie nach Schlagermove und Harley Days nun einen weiteren Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit setzt. Möbel mit standardisiertem Zerfallsdatum, das nämlich automatisch beim Umzug abläuft, kann man ab heute in Altona einkaufen. Bei manchen KundInnen setzt der Überdruss schon schneller ein. Wenige Sekunden nach Verlassen des Gebäudes, wollte eine Frau ein soeben gekauftes Stück bei uns loswerden. Nein, wir können das auch nicht gebrauchen, ließen wir die Dame wissen und so landete das Stück neben eine der roten Tonnen. Ikea gehört nicht nur nicht nach Altona, Ikea gehört überhaupt nirgendwohin.
Billig ist das Möbelhaus, das keinen Cent Steuern zahlt, wenn man weder die ökologischen Schäden, noch die elenden Arbeitsbedingungen, unter denen die Dinge produziert wurden in Rechnung stellt. Just in diesem Monat wurden in der italienischen Stadt Piacenza 26 ArbeiterInnen entlassen, die zufällig alle Gewerkschaftmitglieder waren. Das war Ikeas Reaktion auf die Erfolge von ArbeiterInnen, die bereits mehrere große Unternehmen durch entschlossenes Vorgehen dazu brachten, nationale Standards einzuhalten. Auf der Kundgebung am Nachmittag berichtete ein Mann, dass er vom Jobcenter in eine Maßnahme gezwungen wurde und für den Möbelkonzern arbeiten musste, ohne Einhaltung der Sicherheitsstandards und Pausenzeiten. So sind die Bedingungen in Europa ...

Unser Möbellager in der Stresemannstraße 136 ist leider nicht wie der Sperrmüll mietfrei. Wir sind angewiesen auf Geldspenden in Höhe der laufenden Kosten. Unsere Stellfläche ist begrenzt. Wir können keine Schrankwände oder Couchgarnituren annehmen. Über aktive Mitarbeit in unseren Projekten freuen wir, die Aktiven des Arbeitskreies Lokale Ökonomie uns sehr.
Das Möbellager hat Montag, Freitag und Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr geöffnet und Mittwoch von 17.00 bis 19.00 Uhr.

http://www.ak-loek.de/
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