Michael Jürgs liest aus seiner Grass-Biografie: Benefiz-Abend für die Erhaltung des Ledigenheims

Wann? 07.09.2015 19:00 Uhr bis 07.09.2015 21:00 Uhr

Wo? Ledigenheim , Rehhoffstraße 1 - 3, 20459 Hamburg DE
Michael Jürgs (Foto: Marc Theis)
Hamburg : Ledigenheim | Michael Jürgs, heute Biograph und Sachbuchautor, früher Chefredakteur von „Stern“ und „Tempo“, liest am Montag, den 7. September um 19 Uhr in den Erdgeschossräumlichkeiten des Ledigenheims Rehhoffstraße 1 - 3 aus der gerade aktualisierten Neuauflage seiner Biografie „Bürger Grass“.

Die Deutschen hatten es nie einfach mit Günter Grass. Entweder hielt er ihnen den Spiegel vor – oder aber sie ihm. Er galt als Gewissen der Nation, bis er in „Beim Häuten der Zwiebel“ bekannte, gegen Ende des Krieges als 17-Jähriger bei der Waffen-SS gewesen zu sein. Er wurde gescholten als sich auch ungefragt stets mahnend einmischender Oberlehrer. „Ich gebe kein Bild ab. Sinnlos, mich auf einen Nenner bringen zu wollen“, erwiderte Grass. Weltberühmt wurde der Sprachbildhauer durch seine Bücher – „Die Blechtrommel“ ist einer der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts. Wo immer es ihm nötig schien, mischte er sich ein in Gesellschaft und Politik. Überall, aber am liebsten in Deutschland. Verließ den Elfenbeinturm, nahm die Mühen der Ebene auf sich, trommelte für Willy Brandt und die SPD, wetterte gegen Reaktionäre von links und von rechts. Auch wer noch nie etwas von ihm gelesen hatte, kannte seinen Namen. Grass konnte nicht nur schreiben und leidenschaftlich das Lied der Demokratie singen, er konnte zeichnen, malen, bildhauen. Das in Danzig 1927 geborene Gesamtkunstwerk, Nobelpreisträger und Nationaldichter, war und bleibt überlebensgroß über seinen Tod hinaus. Seine Freunde waren hochkarätig wie seine Feinde, Grass selbst aber betrachtete seinen Ruhm stets als treulosen Gesellen, als Begleiter auf Zeit. Michael Jürgs' Spurensuche in seiner Vergangenheit basiert auf intensiven Gesprächen mit ihm, auf Interviews mit vielen Wegbegleitern, die in seinem Leben Haupt- und Nebenrollen spielten: Es entstand die Geschichte eines Patrioten und Dichters, der die Frauen so liebte wie sein schwieriges Vaterland.

Dies ist die 11. Lesung in der Benefiz-Reihe „Lesungen im Ledigenheim“, an der sich bisher 14 Autorinnen und Autoren beteiligen. Michael Jürgs verzichtet an diesem Abend auf sein Honorar. Die Spenden der Zuhörer kommen dem sozialen Projekt »Das Ledigenheim erhalten!« zugute (Näheres unter: www.rehhoffstrasse.de).
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