Mein Körper gehört mir!

Mitarbeiterin Sheila Thome ist für die persönliche und telefonische Beratung der Besucher zuständig. Foto: cvs

Der Altonaer Verein Zündfunke hilft Opfern von sexuellem Missbrauch

Von Christopher von Savigny. Warme, kräftige Farben empfangen die Besucher des Vereins Zündfunke in der Max-Brauer-Allee: Die Wände erstrahlen in sonnengelb, auf dem gemütlich wirkenden Teppichboden liegen dicke, blaue Kissen herum. Grünpflanzen tragen zur einladenden Atmosphäre bei. Beraterin Sheila Thome ist von der Wirkung der Einrichtung überzeugt. „Unsere Gäste sollen sich wohl und aufgenommen fühlen“, sagt sie.
Seit 28 Jahren bietet der Verein Zündfunke, der aus einer privaten Fraueninitiative hervorgegangen ist, Beratungen und Therapiemöglichkeiten zum Thema „Sexueller Missbrauch“ an. Angesprochen sind Kinder mit ihren Eltern, sowie Frauen, die in ihrer Jugend traumatische Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht haben.

Vorbeugung in der „Dinogruppe“

Zum Programm gehören Fortbildungen für Fachkräfte aus Schulen, Kitas und Sportvereinen.
Eine wichtige Rolle spielt der Bereich Prävention, dabei liegt der Schwerpunkt der Vorbeugung auf Kindern im Vorschulalter: In der „Dinogruppe“ werden Jungen und Mädchen spielerisch und kindgerecht gestärkt und sensibilisiert. Ein ganzer Schrank voller Stofftiere steht zum Knuddeln zur Verfügung. Auf einer hölzernen „Dino-Uhr“ können die kleinen Gruppenteilnehmer ihre augenblickliche Gefühlslage einstellen.
„Die eigenen Gefühle kennenzulernen, sie ausdrücken zu können, das ist enorm wichtig“, sagt Thome. Da gibt es zum Beispiel den traurigen Dino, den fröhlichen und den ärgerlichen, der den Kindern bei der Entscheidung hilft. „Oft sind Gefühle ja nicht so eindeutig“, erklärt die Beraterin. „Dafür haben wir auch zwei Uhrzeiger, damit man das darstellen kann!“
Ein weiteres Präventionsprojekt ist die interaktive Wanderausstellung „Echt Klasse“, die an verschiedenen Schulen gezeigt wird. Schüler lernen dort unter anderem, zwischen „guten“ und „schlechten“ Geheimnissen zu unterscheiden. Und, dass es in Ordnung ist, „Nein“ zu sagen oder sich Hilfe von Erwachsenen zu holen. „Schlechte Geheimnisse verursachen Bauch- oder Kopfweh, und man darf oder muss sie sogar unbedingt weitersagen“, so Thome.
Aktuell hat der Verein Zündfunke vier feste und vier freie Mitarbeiter, finanzielle Unterstützung gibt's von der Sozial-
behörde. Infos im Web ❱❱ www.zuendfunke-hh.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.