Mein Freund der Baum ist tot....

Trauriger Rest einer prächtigen Graupappel an der Ecke Hans-Sachs-Straße und Schnellstraße.

Hans-Sachs-Straße und Esmarchstraße: Zwei Prachtexemplare mussten gefällt werden.

Die Menschen aus dem Gerichtsviertel trauern um einen Baum. Vergangene Woche wurde eine riesige Graupappel an der Kreuzung Hans-Sachs-Straße und Schnellstraße von Mitarbeitern des Gartenbauamts entfernt. Der 90-jährige Gigant mit einem Stammdurchmesser von 1,20 Meter habe, so heißt es aus dem Bezirksamt, die Verkehrssicherheit gefährdet. Nachbarn haben Grablichter neben dem Baumstamm aufgestellt.
Eva Klock gehört zu denen, die völlig schockiert waren, als die Motorsäge an den scheinbar gesunden Baum angesetzt wurde: „Ich bin entsetzt und traurig. Im Jahr zuvor ist schon Kahlschlag in den Haselsträuchern am Platz gemacht worden, und jetzt hacken sie den alten Baum ab!“
Doch es gab einen Grund. Bezirksamtssprecher Martin Roehl: „Der Baum hatte in den letzten fünf Jahren in den trockenen Sommermonaten regelmäßig ein bis zwei Äste mit einem Durchmesser von bis zu 18 Zentimeter abgeworfen. Das Gefährdungspotenzial des Baumes in extremen Wettersituationen war nicht mehr kalkulierbar.“
Doch Anwohnerin Klock bemängelt auch Grundsätzliches: So schnell das Amt mit der Säge bei der Hand sei, so zögerlich sei man bei der Pflege des kleinen Platzes: „Der gammelt seit Jahren vor sich hin, die wackeligen Straßenplatten vor der Hans-Sachs-Straße 9 werden seit einem halben Jahr mit Absperrband ‘gesichert’“.
Auch in der Esmarchstraße, kurz vor der Kreuzung Virchowstraße, ist ein Baum gefällt worden – eine 30-jährige, zierliche Kugelakazie, die bis in den Spätherbst hinein zarte grüne Blätter trägt. Es gibt mehrere Kugelakazien an diesem Standort. Malerisch neigen sie sich einander über die Fahrbahn zu und bilden an manchen Stellen ein grünes Dach über der Straße.
Anwohnerin Gisela Feige befürchtet Schlimmes: „Der Baum schien völlig gesund. Was bedeutet die Fällung? Werden auch die anderen Bäume in der Straße gefällt?“
Entwarnung aus dem Bezirksamt. Sprecher Martin Roehl erklärt: „Der Baum wies am Kronenansatz eine eingewachsene Faulstelle auf. Hier hatten sich bereits Pilze angesiedelt, die nur auf totem Holz vorkommen. Es bestand die Gefahr, dass bei entsprechendem Wind die gesamte Krone unkontrolliert abbricht.“ Die anderen Kugelakazien seien gesund und bleiben stehen.
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